Für tausende Kanaren-Reisende könnte der Start in den Oster-Urlaub unschön beginnen: Mit einem Streik genau zur Reisewelle planen die Gewerkschaften ab Montag maximale Aufmerksamkeit. Betroffen sind rund zwanzig Flughäfen im ganzen Land, darunter sämtliche großen Airports der Kanarischen Inseln.
Die Arbeitsniederlegungen wurden von gleich mehreren Gewerkschaften ausgerufen, nachdem die Tarifverhandlungen mit den Abfertigungsunternehmen Groundforce und Menzies erneut ohne Einigung geblieben waren. Beide Unternehmen sind für zentrale Abläufe am Flughafen verantwortlich, darunter Check‑in, Boarding, Gepäckabfertigung, Betankung und Transport auf dem Vorfeld.
Die Gewerkschaften werfen den Arbeitgebenden vor, vereinbarte Lohnanpassungen nicht vollständig umzusetzen beziehungsweise keine ausreichenden Verbesserungen der Arbeitsbedingungen anzubieten. Die erwarteten Auswirkungen des Streiks werden auf den Kanaren besonders deutlich zu spüren sein.
Streiks treffen Kanaren-Airports zu Ostern
Zwar sind die Kanarischen Inseln grundsätzlich auch per Schiff erreichbar, doch der überwiegende Teil der Urlauber und Geschäftsreisenden kommt weiterhin mit dem Flugzeug an. Entsprechend sensibel reagieren die Inseln auf Störungen im Luftverkehr, zumal die Passagierzahlen während der Semana Santa (Ostern) traditionell stark ansteigen.
Betroffen sind die Flughäfen Teneriffa Süd, Teneriffa Nord, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura. Sowohl Groundforce als auch Menzies sind dort tätig, sodass Verzögerungen in mehreren Bereichen gleichzeitig auftreten können.
Darum streiken die Flughafen-Mitarbeitenden auf den Kanaren
Der Streik folgt zwei unterschiedlichen Mustern. Bei Groundforce handelt es sich um unbefristete Teilstreiks, die täglich in drei festgelegten Zeitfenstern stattfinden: von fünf bis sieben Uhr morgens, von elf bis 17 Uhr sowie von 22 bis 24 Uhr. Menzies hingegen hat für den 28. und 29. März sowie für den Zeitraum vom 2. bis 6. April ganztägige Arbeitsniederlegungen angekündigt. Damit fallen die Streiktage exakt in die Hauptreisezeit der Osterferien, was die Belastung für die Flughäfen zusätzlich erhöht.

Trotz der angespannten Lage ist nicht mit einem vollständigen Stillstand des Flugverkehrs zu rechnen. Die spanische Regierung hat sogenannte Mindestdienste angeordnet, die sicherstellen sollen, dass ein Grundbetrieb aufrechterhalten bleibt. Dennoch müssen Reisende mit längeren Wartezeiten beim Check‑in und beim Boarding rechnen.
Auch bei der Gepäckabfertigung kann es zu Verzögerungen kommen, insbesondere bei der Ankunft. Verspätungen sind wahrscheinlich und können sich im Tagesverlauf summieren. Einzelne Flugausfälle sind ebenfalls möglich, vor allem an den Tagen, an denen Menzies ganztägig streikt.
Kanaren-Streik: Online-Checkin und früh am Flughafen erscheinen
Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass Verspätungen und Flugstreichungen nicht ausgeschlossen werden können. Passagieren wird empfohlen, den Flugstatus engmaschig zu prüfen und sich bei Unsicherheiten direkt an ihre Airline zu wenden. Für Abflüge von den Kanaren gilt, dass Reisende deutlich früher als üblich am Flughafen erscheinen sollten.
Wer die Möglichkeit hat, sollte unbedingt online einchecken, um Wartezeiten zu verkürzen. Da die Gepäckabfertigung besonders betroffen sein kann, ist es ratsam, wichtige Gegenstände im Handgepäck mitzuführen, um im Fall von Verzögerungen nicht darauf verzichten zu müssen.
Der Tarifkonflikt selbst dürfte Spanien noch länger beschäftigen. Bei Groundforce geht es nach Angaben der Gewerkschaften um die korrekte Umsetzung der im Tarifvertrag vereinbarten Inflationsanpassungen. Bei Menzies betrifft der Streik rund 3000 Beschäftigte, die ebenfalls bessere Arbeitsbedingungen und eine verlässliche tarifliche Grundlage fordern. Ob sich die Parteien in den kommenden Tagen annähern, ist offen.













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Zur Oster-Hochsaison: Flughafenstreik trifft die Kanaren
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