Corona-Fälle auf den Kanaren in nur einer Woche verdoppelt


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In nur einer Woche haben sich die Corona-Infektionen auf den Kanarischen Inseln fast verdoppelt. Von 76 aktiven Fällen stieg die Zahl auf nun 149. Dennoch ist die Intensität der Neuinfektionen nicht mit der auf dem Festland vergleichbar.

Am 1. Juli lag die Zahl der Corona-Infektionen auf den Kanarischen Inseln bei 59 Fällen. Es war der niedrigste Wert seit März, als Corona die Kanaren als Pandemie erreichte. Seither steigt die Zahl der Covid-19-Fälle wieder. Zunächst nur leicht. Doch allein in der vergangenen Woche kamen dann 95 neue Infektionen hinzu.

Zehn aktive Ausbrüche trugen in Summe 132 Infizierte zur aktuellen Gesamtzahl von 149 Fällen bei. 200 Personen wurden isoliert, nachdem sie Kontakt zu Infizierten hatten. Dennoch weisen die Behörden darauf hin, dass die Intensität der aktuellen Corona-Fälle nicht mit der auf dem Festland vergleichbar sei. Auf der spanischen Halbinsel steigen die Fälle deutlich rasanter als auf den Kanarischen Inseln.

Kanaren: Corona-Fälle nicht nur durch Einwanderer oder Touristen

„In der vergangenen Woche gab es einen deutlichen Anstieg der Fälle. Und obwohl mehr als die Hälfte auf die Einreise von Touristen oder die Ankunft von Einwanderern zurückzuführen ist, hat auch die Zahl der Fälle zugenommen, die diesen Kriterien nicht entsprechen,“ sagte der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, José Juan Alemán.

Laut Alemán sei dieser Aufschwung „vorhersehbar“ gewesen, „da die Kanarischen Inseln nicht vergessen, was um sie herum geschieht. Mit der Zunahme der Mobilität und der Kontakte zwischen den Menschen ist die Ansteckungsgefahr größer“, sagte Alemán weiter. Zudem habe laut dem Leiter des öffentlichen Gesundheitswesens auch der Anteil der symptomatischen Fälle zugenommen.

Corona auf den Kanaren: Maßnahmen werden öfter ignoriert

Daher forderte Alemán die Bürger nun erneut dazu auf, die Maßnahmen zur Verhinderung der Übertragung des Virus zu respektieren. Er sagte, dass die Ansteckungen ihren Ursprung dort gehabt hätten, wo die Maßnahmen nicht respektiert wurden: insbesondere bei Familientreffen und auf Partys.

Alemán erklärte, dass die Ausbrüche verschiedene Hintergründe hätten. Einerseits gebe es vier Fälle, die in Verbindung mit Flüchtenden stünden, die auf Booten übergesetzt hätten. Eines davon war auf Lanzarote und drei auf Fuerteventura angekommen.

„Diese Ausbrüche führen nicht zu einem erhöhten Risiko einer Übertragung durch die Gemeinschaft“, sagte Alemán. Denn die Einwanderer würden bei ihrer Ankunft auf den Kanarischen Inseln einem PCR-Test unterzogen. Positiv getestete Personen würden umgehend einer kontrollierten Isolation unterzogen und negativ getestete unter Quarantäne gestellt, um zehn Tage später erneut getestet zu werden.

Kanarische Inseln: Neue Corona-Fälle auf Teneriffa, Fuerteventura und Gran Canaria

Neue Fälle auf Teneriffa haben ihren Ursprung unter anderem in einer USA-Reise eines Anwohners der Insel. Die damit in Verbindung stehenden Infektionen seien jedoch bereits dabei, abzuklingen, hieß es. Zwei weitere Ausbrüche konnten bislang nicht auf einen konkreten Ursprung zurückverfolgt werden. Als wahrscheinlich gelte ein Zusammenhang mit einem Abendessen und eine Übertragung in einem Studienzentrum.

Auf Gran Canaria und Fuerteventura wurde ein Ausbruch auf eine Familienfeier zurückverfolgt, zu der mehrere Teilnehmer von beiden Inseln zusammengekommen waren. Ausgelöst wurde die Infektion wohl durch einen Teilnehmer, der zuvor in Mexiko gewesen war.

Ein weiterer Ausbruch auf Gran Canaria ist auf einen Seefahrer aus der Ukraine zurückzuführen. Dieser hatte zwei Kollegen infiziert. Die Betroffenen sowie 19 weitere Personen desselben Schiffes wurden unter Quarantäne gestellt. Das Gleiche gilt für eine weitere Infektion, bei der bislang drei Personen einer Familie erkrankten. Der Rest der Familie wurde ebenfalls isoliert.

Kanaren: Partys mit zu wenig Sicherheitsmaßnahmen in der Kritik

Und schließlich ist ein weiterer Infektionsherd auf Gran Canaria auf eine Strandparty zurückzuführen. Feiern ohne entsprechende Maßnahmen waren zuletzt am Wochenende in die Kritik geraten. Auch wir hatten über diese Fälle berichtet und damit eine große Diskussion ausgelöst. Mehr zu diesem Fall erfahren Sie nachfolgend:

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Für Alemán müsse wieder mehr Verantwortungsbewusstsein in der Breite der Bevölkerung Einzug halten. „Wir müssen darauf bestehen“, sagte der Experte. Zwar sei die Virulenz derzeit geringer als auf dem spanischen Festland, doch: „Die Zunahme der Fälle beginnt signifikant zu werden.“

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.