Corona-Virus: Spanien droht Kontrolle zu verlieren – Kritik an Partys auf den Kanaren


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Spanien hat die Kontrolle über die neuen Corona-Ausbrüche verloren. Das geht aus den neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums hervor. Zeitgleich werden auf Teneriffa und Gran Canaria Videos von Partys geteilt, bei denen Menschen dicht gedrängt feiern – ohne Schutzmasken und Sicherheitsabstand.

Das Koordinierungszentrum für Gesundheitswarnungen und Notfälle (CCAES) kann die Zahl der Corona-Ausbrüche in Spanien nicht mehr genau bestimmen. Im Ballungszentrum von Barcelona gibt es bereits Überschneidungen bei den gemeldeten Ausbrüchen. Dies bedeutet, dass die konkret genannte Zahl nicht mehr stimmen kann.

Auch laut dem CCAES seien die bereits am Donnerstag gemeldeten, „sehr problematischen“ 158 Fälle damit nicht mehr korrekt. Die Experten gehen von mehr als 200 neuen Ausbrüchen des Covid-19-Virus in Spanien aus. Hauptsächlich betroffen ist demnach Katalonien.

Liste neuer Corona-Ausbrüche in Spanien wird immer länger

Doch es bleibt nicht nur beim Nordosten des Landes. Auch in Granada im Süden der Halbinsel ist ein neuer Ausbruch gemeldet worden – ausgerechnet nach einer Party an einer Schule. Zudem betroffen ist ein Freizeitgebiet in Murcia, eine Gruppe Saisonarbeiter in Albacete, ein Unternehmen in Malaga, ein Nachtclub in Navarra, eine ähnliche Einrichtung in Gandía…

Die Liste der über das Land verteilten Ausbrüche ist lang. Und es sind nur die zuletzt gemeldeten Herde von Erkrankungen an SARS-CoV-2. Besonders tückisch ist dabei, dass die hauptsächlich erkrankte Zielgruppe laut CCAES jünger wird als während der ersten Welle. Zudem seien rund 70 Prozent der zuletzt positiv getesteten Personen asymptomatisch gewesen.

Was zunächst positiv klingt, birgt eine Gefahr. Denn wenn unbemerkt Erkrankte das Virus weitergeben und auf diese Weise neue Ausbrüche entstehen, kann erneut ein Kollaps des Gesundheitssystems drohen.

Entsprechend nervös sind die Verantwortlichen beispielsweise auf den Kanarischen Inseln. Der Präsident der des Archipels, Ángel Víctor Torres, warnte noch am Freitag vor den Folgen einer erneuten Beschränkung aufgrund neuer Corona-Fälle. Ein solcher zweiter Lockdown auf den Kanaren wäre „dramatisch“, sagte Torres.

Partys auf den Kanaren in der Kritik

Die jüngste Kontroverse, ausgelöst durch Partys auf den beiden am stärksten von der Pandemie betroffenen Inseln, trägt sicher nicht zu einem ruhigeren Schlaf der Verantwortlichen bei. Zunächst war auf Gran Canaria eine Feier vor einem Strandclub aus dem Ruder gelaufen, dann tauchte ein Video von einer Veranstaltung auf Teneriffa auf, bei der die Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten zu werden scheinen.

In dem Fall auf Gran Canaria sah sich der Veranstalter nun sogar genötigt, eine offizielle Stellungnahme herauszugeben: „Das Management von L’olas möchte klarstellen, dass das veröffentlichte Video vom letzten Wochenende stammt. Alle erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen werden innerhalb der Räumlichkeiten rigoros angewendet , aber außerhalb des Strandbereichs können wir die Maßnahmen nicht kontrollieren. Wir bitten unsere Kunden (…), vorsichtig zu sein, Masken zu verwenden und den Sicherheitsabstand zu respektieren“, heißt es in der Mitteilung.

Währenddessen tauchte auch auf Teneriffa ein Video auf. In dem wenige Sekunden kurzen Clip sind feiernde junge Menschen zu sehen. Im Hintergrund läuft laute Musik. Masken trägt kaum jemand. Eigentlich ist das weiterhin obligatorisch, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Trotz Corona: Video zeigt Party auf Teneriffa

Einige Teilnehmer, die für Veranstaltung fünf Euro Eintritt gezahlt hatten, rechtfertigen sich später in den Sozialen Netzwerken. Es habe beim Einlass Desinfektionsmittel für die Hände gegeben und bestellt wurde an der Bar ausschließlich mit Mundschutz, heißt es da. Doch obwohl die Veranstaltung nicht völlig überlaufen ist, bleibt der Mindestabstand auf der Strecke, wie der Clip zeigt:

Laut Beschreibung seien in dem Video „nicht einmal die Hälfte der Leute zu sehen, die dort waren“. Genau diese Fälle sind es, die den Verantwortlichen derzeit Sorgen bereiten. Wenn alles gut geht, konnten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach Monaten der Beschränkung endlich wieder ausgelassen feiern. Wenn nicht, reihen sich Teneriffa und Gran Canaria in die Liste der nur schwerlich zurückverfolgbaren neuen Corona-Ausbrüche ein.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.