Insolvenz von Thomas Cook – Das große Zittern auf den Kanaren


Die Pleite des britischen Reise-Riesen Thomas Cook stellt die Kanarischen Inseln vor große Probleme. Außerdem bangen Kunden um die Rückkehr in die Heimat-Länder. Der älteste Reisekonzern der Welt hat in der Nacht zu Montag sein Geschäft eingestellt und einen Insolvenzantrag gestellt.

Thomas Cook ist pleite. Mit sofortiger Wirkung habe man das Geschäft einstellen müssen, teilte das Unternehmen in der Nacht zu Montag mit. Zuvor waren Gespräche mit möglichen Investoren und der britischen Regierung gescheitert. Umgehend waren alle Flüge gestrichen worden. Für Urlauber die aktuell mit Thomas Cook unterwegs sind, wurde eine große Rückholaktion angekündigt.

Thomas Cook brachte jährlich rund drei Millionen Touristen auf die Kanaren

Der Reise-Riese hat jährlich rund drei Millionen Touristen auf die Kanarischen Inseln gebracht – teilweise in eigene Hotels. Dabei waren Gran Canaria und Fuerteventura die wichtigsten Reiseziele. Doch auch auf Teneriffa gehörte der Konzern zu den wichtigsten Gäste-Bringern.

Auf den Kanaren hat Thomas Cook 24 Hotels betrieben, davon acht auf Lanzarote, sieben auf Fuerteventura, fünf auf Teneriffa und vier auf Gran Canaria. Bei den Flügen gehörte Fuerteventura mit 29 wöchentlichen Verbindungen zum wichtigsten Markt der Gesellschaft.

Urlauber, die aktuell mit Thomas Cook oder einer Tochter des Reise-Giganten im Urlaub sind, sollen sich umgehend bei ihrem Reiseveranstalter melden. Gemeinsam mit der zivilen Luftfahrtbehörde CAA soll nun die größte Rückholaktion der Geschichte gestartet werden. Die CAA stellte dafür bereits am Sonntag dutzende Flugzeuge bereit, erste Maschinen waren schon in der Nacht zu Montag in verschiedene Ziele weltweit gestartet.

Ob und wie es für die Mitarbeiter auf den Kanarischen Inseln – insbesondere in den Hotels – weiter geht, ist derzeit unklar. Viele bangen nun um ihre Jobs. Überhaupt herrscht im Tourismus-Sektor der Kanaren große Sorge. Der mit Abstand wichtigsten Wirtschaftskraft des Archipels droht durch den Wegfall des Reise-Riesen ein Umsatz-Loch.

Thomas-Cook-Pleite: Condor kämpft ums Überleben

Betroffen sind von dem Konkurs rund 600.000 Urlauber weltweit, darunter Zehntausende Deutsche. Auch das deutsche Tochter-Unternehmen Condor ist von der Pleite des Mutterkonzerns betroffen. Die Fluggesellschaft beantragte umgehend einen Überbrückungskredit bei der deutschen Bundesregierung. Diese beschäftige sich aktuell mit dem Antrag, hieß es. Für die Zwischenzeit kündigte das Unternehmen auf seiner Website an, dass alle Flüge weiterhin planmäßig stattfänden.

Weitere betroffene Marken sind die deutschen Reiseveranstalter Bucher Last Minute, Neckermann Reisen, Air Marin, Öger Tours und Thomas Cook Signature. Im Gegensatz zu Condor haben diese Unternehmen den Verkauf ihrer Reisen nach eigenen Angaben eingestellt. Auch Reisen mit Start-Datum am 23. und 24. September würden möglicherweise nicht mehr stattfinden, hieß es seitens der Thomas Cook GmbH.

Thomas Cook war ältestes Reiseunternehmen der Welt

Die Thomas Cook wurde im Jahr 1841 gegründet. Damit war sie der älteste Tourismus-Konzern der Welt. Das Unternehmen beschäftigte rund 21.000 Mitarbeiter in 16 Ländern. Davon arbeiteten allein rund 9000 auf den britischen Inseln, der Heimat des Konzerns. Jährlich haben etwa 19 Millionen Urlauber ihre Reisen bei Thomas Cook gebucht. Davon entfielen rund drei Millionen Reisen auf die Kanarischen Inseln.

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