Kanaren: Ende der Maskenpflicht im Freien – Sonderregeln für Teneriffa denkbar


Auf den Kanaren wächst die Zahl der unter 45 Jahre alten Corona-Patienten. Die Lockerungen bei der Maskenpflicht in Spanien kommen daher möglicherweise zum falschen Zeitpunkt. Die regionale Politik diskutiert über Sonder-Regeln für Teneriffa.

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Es sind nur noch wenige Tage, bis die allgemeine Maskenpflicht im Freien in Spanien aufgegeben wird. Es wird damit gerechnet, dass der Ministerrat am Donnerstag ein Ende der Maßnahme beschließt. Dann wird es auf den genauen Text der Anordnung ankommen.

Während überregional vor allem über das Thema Maskenpflicht im Freien diskutiert wird, beschäftigt sich die Exekutive der Kanarischen Inseln insbesondere mit Teneriffa. Dort steigen die Zahlen weiterhin nahezu ungebremst.

„Unter den Faktoren, die zu diesem Phänomen führen, wurde der besondere Anstieg der Inzidenz in der Bevölkerung unter 45 Jahren auf Teneriffa identifiziert“, sagte der Generaldirektor für öffentliche Gesundheit der Regierung der Kanarischen Inseln, Jose Juan Aleman. Die Insel komme „auf das Doppelte, der gleichen Bevölkerungsschicht von Gran Canaria“, fügte er an.

Bekommt Teneriffa Sonderregeln?

Ob es Sonderbeschränkungen für Teneriffa geben wird, entscheidet die Regional-Regierung am Mittwoch. „Es wird ein Paket von Präventions- und Schutzmaßnahmen entwickelt, das auf Aktivitäten abzielt, bei denen diese Altersgruppe die Mehrheit stellt – insbesondere in den Bereichen Freizeit und Sport“, sagte Alemán.

In die dritte Warnstufe soll Teneriffa hingegen nach Möglichkeit nicht gehoben werden. Diese Möglichkeit gibt es, wenn eine Insel grundsätzliche Beschränkungen erfahren soll. Doch dafür müssten mehrere Schwellen überschritten werden. Dazu zählt auch eine gewisse Auslastung der Intensiv-Betten und Corona-Stationen der Krankenhäuser. Und die ist zumindest derzeit noch in einem für Stufe zwei akzeptablen Bereich.

Inzidenz auf Teneriffa wächst weiter

Der Blick auf die Inzidenz zeigt jedoch ein kontinuierliches Wachstum. Derzeit rangiert Teneriffa bei einem Wert um 90, Tendenz steigend. Entsprechend wolle man weiter abwarten, wie mit dem Ende der allgemeinen Maskenpflicht in Spanien umgegangen werde. Sobald der Ministerrat das Kleingedruckte verabschiedet, soll geprüft werden, ob Teneriffa gesonderte Regeln anwenden wird.

Der Bürgermeister von Santa Cruz, José Manuel Bermúdez, forderte die Bevölkerung bereits auf, nicht auf die Maske zu verzichten. Erst wenn mindestens die Hälfte der Einwohner geimpft sei, solle über eine Lockerung der Maskenpflicht im Freien nachgedacht werden, hieß es. Damit folgt Bermúdez der Empfehlung des Präsidenten des spanischen Impfverbands, Amós García Rojas.

Unterdessen wies der Gesundheitsminister der Kanarischen Inseln, Blas Trujillo, darauf hin, dass ein Ende der Maskenpflicht im Freien durchaus möglich sei. Es müsse ein Appell zur Vorsicht und Verantwortung an die Bürger gerichtet werden – insbesondere auf Teneriffa. Wichtiger sei, dass die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen weiter bestehen bleibe.

Experte sieht Mutation nicht für Anstieg auf Teneriffa verantwortlich

Unterdessen geht Alemán nicht davon aus, dass die Verbreitung neuer Mutanten den Anstieg der Infektionen auf Teneriffa erklärt. Er betonte, dass dort 94 Prozent der Fälle mit der britischen Variante in Verbindung gebracht werden. Auf Gran Canaria betrage der Wert zwar nur 70 Prozent, dafür nehme dort jedoch die Delta-Variante stärker zu. Diese gilt als tendenziell ansteckender.

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Über den Autor

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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