Die Vereinigung für Transparenz auf den Kanarischen Inseln (Asociación por la Transparencia de Canarias) hat eine mögliche Steuerverschwendung aufgedeckt. Der Verein kritisiert eine Veranstaltung, die im Sommer in Madrid für die Inseln und ihren Sport werben sollte.
24 Tonnen schwarzen Lavasandes sind für die Veranstaltung in Spaniens Hauptstadt transportiert worden. Dazu wurden rund 120.000 Euro investiert. Weitere 29.530 Euro wurden für bislang nicht zuortbare Ausgaben verbucht.
Die Vereinigung hatte eine offizielle Anfrage an die öffentlichen Ämter gestellt. Diese sind der Auskunft verpflichtet, da es sich um Ausgaben aus Geldern der öffentlichen Hand handelt. So wurden nun einige Details zur Veranstaltung vom 17. Mai bekannt:
Kanaren werben mit Ringkampf in Madrid
Laut Recherche der Asociación por la Transparencia de Canarias sei eine im April vorgenommene Kreditänderung in Höhe von 1,7 Millionen Euro verzeichnet worden. Nach Angaben der beteiligten Ämter waren darin die 120.000 Euro für direkte Subventionen an den zuständigen Kampfsport-Verband, die Federación de Lucha Canaria, geflossen.
Die Gelder wurden als „Förderung des kanarischen Ringkampfsports in Madrid“ verbucht. Laut Aufzeichnungen gilt er als „Großer offizieller Ringkampf des DISA-Turniers der Regierung der Kanarischen Inseln“.
Laut offizieller Antwort setzen sich die Gelder wie folgt zusammen: 32.352,50 Euro wurden für den Umbau des Geländes, den Transport von Sand und anderen Materialien sowie den Aufbau und die Lagerung ausgegeben. Weitere 29.497,25 Euro wurden für die Durchführung, die Beschilderung, die Planung und die Koordination des Ringkampfs fällig. Kosten für die Unterkünfte der Beteiligten sowie die Flüge wurden mit 23.687 Euro verbucht. Die Organisation, die Bewirtung und ein Empfang am Abend schlugen mit weiteren 19.600 Euro zu Buche. Zusätzliche Produktionskosten rund um die Veranstaltung wurden mit 14.863 Euro verbucht.
Ungereimtheiten bei Ausgaben der Kanaren-Regierung
Laut Vereinigung gebe es bei den Geldern jedoch einige Ungereimtheiten. So seien Kosten für den abendlichen Empfang mit Cocktails und den Transport bereits an anderer Stelle abgerechnet worden – mit 14.980 Euro. Auch die Organisation und das Personal sind in diesem Posten bereits berücksichtigt. Warum diese Punkte somit doppelt abgerechnet wurden und wo die nach Aufschlüsselung fehlenden Gelder tatsächlich landeten, bleibt bislang unklar.
Laut Mitteilung der Kanaren-Regierung im Vorfeld waren hochrangige Politiker der Kanarischen Inseln bei dem Kampf in Madrid anwesend. Zu den Würdenträgern gehörten demnach der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo (CC), Bildungsminister Poli Suárez (PP) sowie Tourismusministerin Jéssica de León (PP).
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Kanaren geben 150.000 Euro für Ringkampf in Madrid aus
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