Die Regierung der Kanaren hat am Donnerstag bei der Europäischen Union eine Strategie gefordert, um den Erwerb von Immobilien durch Nichtansässige zu begrenzen. Anders könne der Zugang der lokalen Bevölkerung zu Wohnraum nicht gesichert werden.
Der stellvertretende Minister im Kanaren-Kabinett, Octavio Caraballo, übermittelte die Forderung vor der Inselkommission der Konferenz der peripheren und maritimen Regionen. Diese fand im Rahmen der Generalversammlung in Barcelona statt.
Caraballo betonte die Notwendigkeit spezifischer Maßnahmen der EU, um sicherzustellen, dass die ansässige Bevölkerung Zugang zu angemessenem Wohnraum erhält. Er hob hervor, dass die Kanaren weiterhin darauf bestehen, den Immobilienkauf durch Nichtansässige zu beschränken, da dies die soziale Kohäsion und das territoriale Gleichgewicht des Archipels gefährde.
Kanaren fordern EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus
Der Vertreter der Kanaren warnte, dass der Anstieg von Immobilienkäufen durch Ausländer und der Boom bei kurzfristigen Ferienvermietungen die Preise in die Höhe treibe. So werde das Angebot für dauerhaften Wohnraum reduziert. Diese Entwicklungen gefährdeten die soziale Nachhaltigkeit der Region und erhöhten die Probleme von Arbeitern und Familien.
Caraballo forderte, dass Inselregionen, insbesondere die ultraperipheren Gebiete, vorrangig in die Gestaltung der Europäischen Strategie für nachhaltigen Tourismus einbezogen werden. Er argumentierte, dass Europa das Recht der Bevölkerung garantieren müsse, in ihrem Gebiet zu leben, ohne durch touristischen Druck oder steigende Lebenshaltungskosten verdrängt zu werden.
Caraballo unterstrich, dass die EU ihre Politik in den Bereichen Kohäsion, Tourismus, Transport und Energie an die Realitäten der verschiedenen Regionen anpassen müsse. Er betonte, dass ein gerechteres und zusammenhaltendes Europa nur möglich sei, wenn die Besonderheiten der Inseln anerkannt würden.
Der stellvertretende Kabinettschef erklärte, dass die Inseln, traditionell in der Peripherie, nun Lösungen für Europa anführen sollten. Er hob ihr Potenzial in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und ökologischer Wandel hervor und schlug vor, die Rolle von Hilfsempfängern zu Wertschöpfern umzuwandeln. Er regte die Schaffung einer permanenten Plattform im Rahmen der Europäischen Inselstrategie an, um bewährte Praktiken auszutauschen.
Kanaren als Vorreiter für nachhaltige Entwicklung
Der Vertreter der Kanaren forderte, dass Europa die Inseln gerechter behandle, ihre Einzigartigkeit respektiere und Solidarität als unverzichtbares Prinzip beibehalte. Caraballo kritisierte, dass der bis 2034 geplante mehrjährige Finanzrahmen der EU negative Auswirkungen auf ultraperiphere Regionen habe. Die Kanaren seien auf 4,6 Milliarden Euro pro Haushaltsperiode angewiesen, was durch den aktuellen Vorschlag gefährdet würde.
Caraballo schloss mit der Forderung nach einem europäischen Modell, das keinen Landesteil vernachlässige, und betonte, dass Europa stärker werde, wenn seine Inseln stark seien.












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Kanaren wollen Immobilienkäufe von Ausländern beschränken
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