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Spaniens Corona-Beschränkungen sollen enden, Kanaren wollen daran festhalten


Am 9. Mai sollen die spanischen Corona-Maßnahmen offiziell enden. So hatte es die Regierung bereits festgelegt. Laut Ministerpräsident Pedro Sánchez werde es dabei bleiben. Doch die Präsidenten einzelner Regionen stören sich an der offensiven Ankündigung. Unter anderem die Kanaren wollen an Beschränkungen festhalten.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 2 Minuten

“Sie ist effektiv”, sagte Ángel Víctor Torres knapp. Die nächtlichen Ausgangssperren seien ein wirksames Mittel im Kampf gegen das Corona-Virus. Aus diesem Grund wolle man auf den Kanaren an einigen Beschränkungen festhalten – auch über den 9. Mai hinaus.

Das Datum hatte die spanische Regierung als Stichtag gesetzt. An diesem Tag sollen die Corona-Maßnahmen auslaufen. Das bestätigte Ministerpräsident Pedro Sánchez in dieser Woche erneut. Doch die Politik einzelner Regionen kritisiert den progressiven Vorstoß.

Torres sprach sich bei einem offiziellen Auftritt erneut dafür aus, einige Beschränkungen auch über den nationalen Notfallplan hinaus zu behalten. Seine Sorge: Die Corona-Fälle könnten rasant ansteigen. Das würde den Archipel zurückwerfen und möglicherweise sogar in einen erneuten Lockdown treiben.

Torres sagte, er hoffe, dass bald eine Herden-Immunität einsetze, so dass keine Ausgangsbeschränkungen mehr nötig seien. Doch bis dahin brauche es weitere Maßnahmen, argumentierte der Kanaren-Präsident.

Parteipolitik wohl Hintergrund für spanischen Corona-Kurs

Unterstützung bekam der Kanaren-Präsident von seiner balearischen Amtskollegin: Francina Armengol erklärte, dass Mallorca samt Nachbarinseln die Restriktionen auch über den 9. Mai hinaus nur “langsam” lockern werde.

Der betont optimistische Auftritt Sánchez’ dürfte auch einen parteipolitischen Hintergrund haben: Am 4. Mai stehen Regionalwahlen in Madrid an. Dabei strebt die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso (PP) – möglicherweise in Koalition mit der rechtsextremen Vox-Partei – die absolute Mehrheit an. Der geforderte Kurs der konservativen Politikerin sieht Lockerungen vor. Sánchez’ neue Ankündigungen dürfen daher auch als Versuch gewertet werden, in der Gunst der Wähler zu punkten.

Auch die Ankündigung des Ministerpräsidenten, bis zum 3. Mai fünf und bis Ende August 33 Millionen Bürger vollständig geimpft zu haben, ist sportlich. Die zuletzt genannte Marke lautete, im März alle Über-80-Jährigen geimpft zu haben. Dieses Vorhaben wurde verfehlt.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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