Auf den Kanarischen Inseln sind im ersten Halbjahr des Jahres 31 Menschen ertrunken. Das sind 15 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Vergleichszeitraum kamen 27 Menschen ums Leben. Die Daten stammen aus der Halbjahresstudie der Vereinigung Canarias, 1500 Km de Costa. Sie ist nach der Länge der kanarischen Küste benannt und will Wasserunfällen vorbeugen.
Grundlage sind Daten offizieller Stellen wie der Notrufzentrale 112, der Guardia Civil, der Policía Nacional, des Seenot-Rettungsdienstes, der örtlichen Polizeien, der Feuerwehr und des Zivilschutzes.
Bereits für das erste Quartal 2026 hatte die Vereinigung einen starken Anstieg der Ertrinkungstoten auf den Kanaren gemeldet: 19 Tote in drei Monaten bedeuteten einen Anstieg von 36 Prozent gegenüber den 14 Opfern im Vorjahreszeitraum. Der Blick auf die Nationalitäten zeigt eine Besonderheit:
Kanaren: 61 Prozent der Ertrunkenen trotz Küstenwarnung im Wasser
Unter den bislang identifizierten Toten befinden sich 15 Ausländer aus sieben Ländern. Die größte Gruppe stellten mit drei Toten deutsche Staatsangehörige, gefolgt von zwei Briten. Je ein Todesopfer kam aus den USA, Venezuela, Belgien, Norwegen, Italien und den Niederlanden. Vier weitere Ausländer ließen sich keinem Land zuordnen, drei Tote waren Spanier, in 13 Fällen blieb die Herkunft unbekannt.
19 der Toten, also 61 Prozent, gingen ins Wasser, obwohl die Regierung der Kanarischen Inseln Vorwarnungen oder Warnungen wegen hoher Wellen oder Strömungen ausgerufen hatte. Von den 31 Toten waren 22 Männer und neun Frauen. Vereinigungspräsident Chano Quintana fordert ein klares Regelwerk und abgestufte Sanktionen in kommunalen Verordnungen, wenn Warnhinweise und Absperrungen ignoriert werden.
Nach Aktivitäten aufgeschlüsselt waren 15 Betroffene Badende, das war knapp jeder zweite Betroffene. Sieben stürzten von Molen, Klippen oder Promenaden ins Wasser, jeweils drei waren Taucher oder Angler. Mehr als die Hälfte der Unfälle ereignete sich an Stränden, 24 Prozent in Küstenbereichen und Häfen, zehn Prozent in Pools und acht Prozent in Naturwasserpools. 52 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich in den Nachmittagsstunden.
Teneriffa meldet die meisten Ertrunkenen auf den Kanaren
Auf Teneriffa kamen mit 13 Toten die meisten Schwimmer ums Leben. Es folgen Fuerteventura mit sechs, Gran Canaria mit fünf, El Hierro mit drei sowie La Gomera und Lanzarote mit je zwei Opfern.
Im Schnitt ertrinken auf den Kanaren monatlich fünf Menschen. Drei der 31 Toten waren Minderjährige, in Summe verunglückten 14 Minderjährige im Wasser. Im Juni starben sechs Menschen, darunter zwei Kleinkinder von einem und vier Jahren in Pools auf Fuerteventura und Lanzarote.
Nach Angaben der Vereinigung geschehen neun von zehn Wasserunfällen mit Kindern wegen mangelnder Aufsicht durch Erwachsene, meist in privaten Pools und am Nachmittag.
















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