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Wissenschaftler rätseln über Erdbeben-Serien zwischen Teneriffa und Gran Canaria


Jedes Jahr registrierten die Seismologen 400 bis 500 Erdbeben zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Die Wissenschaft beschäftigt sich nun mit dem Phänomen.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

Das Gebiet zwischen Teneriffa und Gran Canaria bewegt Wissenschaftler seit Jahren. Nach der Meldung, dass sich beide Inseln aufeinander zubewegen (Link unten), haben Forscher einen weiteren interessanten Aspekt beobachtet. Die Seismizität in der Meerenge ist auffallend hoch.

So melden die seismologischen Instrumente jedes Jahr 400 bis 500 Erdbeben zwischen beiden Inseln. Aufgrund des vulkanischen Ursprungs der Kanaren und den weiterhin aktiven Vulkanen sind Erdbeben auf dem Archipel ganz normal. Doch der Blick auf die jährliche Erdbebenkarte offenbart Besonderheiten.

So zeigt die Erdbebenkarte der Kanaren ein Gebiet zwischen Gran Canaria und Teneriffa, in dem besonders viele Erdbeben stattfinden. In dem Gebiet befindet sich der Unterwasservulkan Enmedio.

Allein 2023 wurden schon 120 Erdbeben zwischen Teneriffa und Gran Canaria registriert

Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres hat das Nationale Geographische Institute Spaniens, IGN, 120 Erdbeben in der Mitte zwischen beiden Kanaren-Inseln registriert. Das bedeutete knapp ein Drittel aller Erdbeben des gesamten Archipels in einem kleinen Gebiet.

In den vergangenen drei Jahren wurden die meisten Erdstöße auf den Kanarischen Inseln mit dem Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma in Verbindung gebracht. Dieser war im Jahr 2021 ausgebrochen. Auch weiterhin werden dort Aktivitäten registriert. Sie gelten als typisch für die Phase nach einem Ausbruch.

Das IGN hat nun ein Projekt gestartet, das die herausragende Aktivität zwischen Teneriffa und Gran Canaria erforschen soll. Es trägt den Namen Guanche und soll die Struktur der Erdkruste der Kanarischen Inseln insbesondere in dem betroffenen Bereich am Meeresgrund untersuchen.

Erdbeben auf den Kanaren werden seit den 50er-Jahren aufgezeichnet

IGN-Seismologin Itahiza Domínguez sagt dazu: “Zwischen Gran Canaria und Teneriffa herrscht kontinuierliche Seismizität. Wir haben Beweise dafür, seit Erdbeben auf den Kanarischen Inseln aufgezeichnet werden.” Bereits seit den 50er-Jahren werden diese registriert.

Die Forscherin erklärt weiter: “Seit die erste seismische Station installiert wurde und dann mit der Erweiterung des Netzwerks in den 1970er Jahren”, werde dort besondere Aktivität beobachtet. Zusammen mit ihrer Kollegin Carmen Fresno will Domínguez dem nun auf den Grund gehen. Beide Wissenschaftlerinnen koordinieren das Projekt auf Seiten des IGN.

Sind Spannungen durch Bruch in der afrikanischen Erdplatte Schuld an den Erdbeben?

Und die Forschenden haben sich hehre Ziele gesetzt, denn: “Wir kennen den Ursprung der Seismizität nicht. Wir wissen nicht einmal, welche Beziehung er zum Vulkan Enmedio hat”, sagt Domínguez weiter. Das Projekt könne daher zu dem Ergebnis kommen, dass die anhaltende seismische Aktivität zwischen Gran Canaria und Teneriffa “nichts mit Vulkanismus zu tun hat, sondern mit der tektonischen Struktur des Archipels”.

Die Kanarischen Inseln liegen auf der afrikanischen Platte. Allerdings gibt es einen Bruch zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Und an diesem könnten Spannungen auftreten, die die Erdbewegungen auslösen. “Wenn sich die Kruste bewegt, nehmen wir das als Erdbeben wahr”, sagt die Wissenschaftlerin. Dies könne auch der Ursprung für den Vulkan Enmedio gewesen sein.

Erdbeben und Vulkane zwischen Teneriffa und Gran Canaria – Wie groß ist die Gefahr?

In dem Gebiet fanden die stärksten Beben der jüngeren Vergangenheit statt. Im Jahr 1989 wurde ein Erdbeben der Stärke 5,8 registriert. Es war noch auf den angrenzenden Kanaren-Inseln spürbar. “Wir wollen wissen, ob dies der zu erwartende Höchstwert ist oder wie hoch die seismische Gefahr ist, die möglicherweise von dort ausgeht”, sagt Domínguez.

Zu diesem Zweck wurden verschiedene Töpfe zur Verfügung gestellt. Das Projekt Guanche umfasst zwei Arbeitsbereiche, von denen sich einer mit geodynamischen Prozessen und der andere mit den natürlichen Risiken des kanarischen Archipels befasst. Das Projekt wurde bis zum 2025 angesetzt. Es erhielt ein Budget von rund 300.000 Euro.

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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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