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Vier Jahre nach Vulkanausbruch: Das plant La Palma jetzt mit der neuen Landschaft

Vier Jahre nach dem Vulkanausbruch auf La Palma will die Regierung der Kanarischen Inseln die entstandenen Landschaften dauerhaft schützen. Ein Gesetzentwurf sieht neue Schutzgebiete und eine Erweiterung des Naturparks Cumbre Vieja vor.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Vier Jahre nach dem Vulkanausbruch auf La Palma rückt der Schutz der neu entstandenen Landschaften in den Mittelpunkt der Politik. Die Regierung der Kanarischen Inseln hat ein Gesetzesvorhaben veröffentlicht, das den Naturpark am Cumbre Vieja deutlich erweitern soll.

Ziel ist es, die geologischen Veränderungen, die der Ausbruch des Vulkans im Jahr 2021 hinterlassen hat, dauerhaft zu sichern und in das bestehende Netz geschützter Gebiete zu integrieren. Im Zentrum der Pläne steht der Vulkankegel Tajogaite, der während der monatelangen Eruption entstanden ist.

Der Gesetzentwurf sieht vor, diesen markanten neuen Vulkan, seine eruptiven Spaltensysteme sowie das weitläufige Lavafeld in das Gebiet des Naturparks aufzunehmen. Damit würde eine Landschaft geschützt, die erst vor wenigen Jahren durch die gewaltigen Naturkräfte entstanden ist und inzwischen als einzigartiges geologisches Zeugnis gilt. Das sind die Pläne:

La Palma soll neue Naturschutzgebiete bekommen

Darüber hinaus plant die Regierung zwei weitere neue Schutzgebiete entlang der Küste. Sie beziehen sich auf die sogenannten Lavadeltas, die sich gebildet haben, als die glühende Lava ins Meer floss. Vorgesehen sind die Einrichtung der Reserva Natural Integral del Delta Lávico Norte Costa del Perdido sowie der Reserva Natural Especial del Delta Lávico Sur Costa del Guirre. Diese Gebiete sollen die empfindlichen Küstenabschnitte bewahren, die durch die Begegnung von Lava und Meer entstanden sind.

Zusammen umfassen die drei geplanten neuen Schutzflächen eine Größe von 309,5 Hektar. Mit der Erweiterung des Naturparks und der Ausweisung zusätzlicher Reservate will die Regionalregierung die neu entstandenen Vulkanlandschaften langfristig erhalten. Gleichzeitig sollen klare Regeln für ihre Nutzung geschaffen werden, damit Natur, Forschung und mögliche Besucherinteressen miteinander vereinbar bleiben.

Neues Schutz-Gesetz für La Palma kann öffentlich eingesehen werden

Das Vorhaben befindet sich derzeit in einer wichtigen Phase des Gesetzgebungsverfahrens. Der Entwurf wurde zur öffentlichen Einsicht vorgelegt. In einem Zeitraum von zwanzig Werktagen können Bürgerinnen und Bürger, Organisationen sowie andere Institutionen Stellungnahmen und Einwände einreichen. Der Entwurf sowie die Begründung des Gesetzes sind über das Beteiligungsportal der Regierung der Kanarischen Inseln zugänglich. Dort können auch Kommentare und Anregungen eingereicht werden.

Nach Angaben der Regionalverwaltung soll die Beteiligung der Öffentlichkeit sicherstellen, dass unterschiedliche Perspektiven in die Ausarbeitung der endgültigen Regelung einfließen. Das Verfahren folgt mehreren gesetzlichen Grundlagen, darunter Regelungen zur Bürgerbeteiligung sowie zum allgemeinen Verwaltungsverfahren in Spanien.

Die politischen Grundlagen für den Gesetzentwurf wurden bereits zuvor gelegt. Am 23. Februar 2025 hatte die Regierung der Kanaren grundsätzlich ihre Zustimmung zu Zielen und Prinzipien des Projekts erklärt. Damit wurde der Weg frei für die Ausarbeitung des konkreten Gesetzestextes.

Dauerhafter Schutz für neue Teile von La Palma

Für die Kanaren ist das Projekt von besonderer Bedeutung. Der Generaldirektor für Raumordnung und territoriale Kohäsion, Onán Cruz, sieht darin einen entscheidenden Schritt, um die neuen Vulkanlandschaften sinnvoll zu integrieren und zugleich dauerhaft zu schützen. Wie die Regierung der Kanaren mitteilt, soll die Initiative gewährleisten, dass die außergewöhnlichen geologischen Strukturen erhalten bleiben und gleichzeitig ihre Beziehung zur Umgebung und zu den lokalen Gemeinschaften geordnet wird.

Der Vulkanausbruch auf La Palma im Jahr 2021 hatte die Kanaren-Insel weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Über Wochen strömten Lava und Asche aus der Erde, zerstörten zahlreiche Gebäude sowie Infrastruktur und veränderten die Landschaft nachhaltig. Gleichzeitig entstanden neue geologische Formationen, die inzwischen sowohl wissenschaftlich als auch landschaftlich von großer Bedeutung sind.

Mit der geplanten Erweiterung des Naturparks und den neuen Reservaten versucht die Regionalregierung nun, diese jungen Landschaften dauerhaft unter Schutz zu stellen und ihre Entwicklung langfristig zu begleiten.


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Über den Autor

Vier Jahre nach Vulkanausbruch: Das plant La Palma jetzt mit der neuen Landschaft

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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