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Montag, 6. Juli 2026
Teneriffa

Wende im Prestige-Streit: An diesem Projekt entscheidet sich Teneriffas Zukunft

Es geht um die Umwelt und ein Statement gegen den touristischen Ausverkauf Teneriffas. Jetzt gab es eine Wende im Fall.
Das Wichtigste in Kürze:
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  • Ein Gericht auf Teneriffa nimmt Ermittlungen gegen das umstrittene Tourismusprojekt Cuna del Alma mit 3600 Betten wieder auf, nachdem die Staatsanwaltschaft und Umweltschützer Rechtsmittel einlegten.
  • Ein Gutachten soll klären, ob geplante Bauarbeiten in der geschützten Küstenzone und nahe eines EU-Schutzgebiets rechtmäßig sind. Bisherige Unterlagen weisen erhebliche Lücken auf.
  • Trotz laufender Ermittlungen dürfen die Bauarbeiten vorerst weitergehen, ein späterer Baustopp bleibt jedoch möglich.
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Im Dauerstreit um das Tourismusprojekt Cuna del Alma sorgt die Justiz auf Teneriffa nun für eine Wendung, mit der kaum jemand gerechnet hatte. Das Gericht in Arona kassierte die zuvor verfügte vorläufige Einstellung der strafrechtlichen Ermittlungen und gab grünes Licht für neue Untersuchungen.

Damit ist das Verfahren gegen das umstrittene Bauvorhaben an der Südküste von Teneriffa wieder offen. Und das, obwohl gerade erst ein vermeintlicher Schlussstrich gezogen worden war, nur wenige Wochen ist das her.

Den Anstoß zur Wiederaufnahme gaben Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft sowie einer Umweltinitiative. Die Richterin sah zentrale Fragen bislang nicht ausreichend geklärt und kam genau zu diesem Schluss. Jetzt sollen die vollständigen Verwaltungsakten zu den Bauarbeiten im Küstenschutz-Streifen ausgewertet werden, dazu kommt ein unabhängiges Gutachten. Worum es konkret geht:

Cuna del Alma: Teneriffas Prestige-Streit wird neu aufgerollt

Mit dem Gutachten soll geklärt werden, ob die geplanten Eingriffe sich mit den strengen Vorgaben des Küsten- und Umweltrechts vertragen. Im Mittelpunkt steht ein besonders heikler Abschnitt des „Cuna del Alma“-Projekts, nämlich Bauarbeiten innerhalb der gesetzlich geschützten Küstenzone.



Geplant sind dort unter anderem ein offener Pool, ein Restaurant und weitere Infrastruktur. Das Gesetz lässt in diesem Bereich allerdings nur Anlagen zu, die zwingend an den Küstenraum gebunden sind. Ob das hier zutrifft, ist bislang offen, auch deshalb, weil wesentliche Unterlagen fehlten.

Dazu gesellt sich ein Bericht des spanischen Umweltministeriums, der erhebliche Lücken bei der Bewertung der Umweltauswirkungen feststellt. Unmittelbar vor dem Baugebiet erstreckt sich ein europäisch geschütztes Meeresareal. Genau das brachte schon früh im Projekt Anwohner und Umweltaktivisten auf die Barrikaden.

In welchem Umfang Cuna del Alma dieses Gebiet überhaupt beeinträchtigen könnte, lässt sich nach der derzeitigen Aktenlage nicht beurteilen. Schon im Dezember hatte man zusätzliche Untersuchungen angefordert, eine Reaktion darauf ist allerdings nicht dokumentiert.

Im Schutzgebiet: Arbeiten für Cuna del Alma gehen weiter

An den Bauarbeiten ändern die neuen Ermittlungen vorerst nichts, sie dürfen weiterlaufen. Eine rechtliche Grundlage für einen sofortigen Baustopp sieht das Gericht derzeit nicht, hielt sich aber ausdrücklich die Möglichkeit offen, diese Entscheidung nach Abschluss der Untersuchungen erneut zu prüfen.

Für das Vorhaben, das in einem der letzten weitgehend unbebauten Küstenabschnitte mehr als 3600 touristische Betten unterbringen will, beginnt damit eine entscheidende Phase. Zum ersten Mal geht es nicht mehr allein um die Planung, sondern um die strafrechtliche Bewertung des gesamten Projekts.

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