Von einem „bedauerlichen Zustand“ berichtet die Vereinigung der Hotelliers auf den Kanaren, Ashotel. Trotzdem gibt es Grund zur Freude. Denn nach monatelanger Belagerung ist das von Hausbesetzern okkupierte Hotel Callao Sport in Adeje wieder frei.
Ashotel-Chef Juan Pablo González berichtet von einer „vollständigen Räumung“. Zuvor war die Anlage zehn Monate okkupiert gewesen. Die Besitzer des Hotels im Süden von Teneriffa baten die Behörden dringend darum, „schnell und entschieden zu handeln“. Doch der Prozess zog sich.
In Anbetracht der zurückgelassenen Schäden und ausstehenden Rechnungen steht der Eigentümer des Hotels im Wortsinn vor einem Scherbenhaufen. Die Anlage ist völlig verbraucht, wertvolle Einrichtungsgegenstände sind verschwunden, Mobiliar zertrümmert. Dennoch sieht Ashotel auch positives:
Besetztes Hotel auf Teneriffa nach zehn Monaten geräumt
Denn die Eigentümer hätten „zumindest nun wieder den Besitz der Immobilie zurückerlangt“, sagt der Ashotel-Chef und ergänzt: „Wir hoffen, dass sie bald eine Lösung für ihre Situation finden.“
Derweil berichtet die Guardia Civil, dass zum Räumungstermin nur noch sechs der rund 300 Hausbesetzer anzutreffen gewesen seien. Die Okupas, wie Hausbesetzer auf den Kanaren genannt werden, hatten seit Februar in der Anlage gewohnt.
Während dieser Zeit sei Mobiliar im Wert von mehreren zehntausend Euro verkauft worden. Außerdem brachen zwei Brände aus, der letzte erst in der vergangenen Woche.

Hausbesetzer auf Teneriffa: Hotel scheitert mit Räumungsantrag
Das Hotel wurde im Jahr 2009 eröffnet. Es steht auf einem früheren Sportgelände und richtete sich an Aktivurlauber auf Teneriffa. Primär sollten Touristen aus Frankreich angesprochen werden. Nach der globalen Krise war die Anlage jedoch geschlossen geblieben.
Mit einem ersten Räumungsantrag waren die Besitzer vor Gericht gescheitert. Erst durch die Berufung konnte der neue Termin erwirkt werden. Allein die Stromrechnung aus der Zeit der Belagerung soll rund 30.000 Euro betragen.
Phänomen Hausbesetzer in Spanien
Hausbesetzer nutzen in Spanien eine Grauzone im Gesetz aus. Das Phänomen entstand im Wesentlichen nach der Wirtschaftskrise 2008. Das spanische Gesetz erschwert es deutlich, ein besetztes Gebäude schnell zu räumen.
Binnen 48 Stunden ist eine sofortige Räumung durch die Polizei oft noch möglich. Doch der Besitzer ist für den Zeitpunkt der Okkupation in der Beweispflicht. Nach dieser Frist wird eine Räumung zu einem langwierigen Zivilprozess. Oft dauern Hausbesetzungen in Spanien daher viele Monate bis Jahre und betroffene Immobilien werden in einem desolaten Zustand zurückgelassen. Den Schaden trägt meist der Eigentümer.















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Hausbesetzer verwüsten ganzes Hotel auf Teneriffa – und verschwinden
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