Der Streit um den Anschluss der Solaranlage Loro Parque II auf Teneriffa an das öffentliche Netz schwelt weiter: Der Loro Parque wirft dem Energiekonzern DISA eine Blockade vor, dieser warnt wiederum vor Sicherheitsrisiken.
Die vom Tierpark geforderte Entschädigung in Höhe von 1,4 Millionen Euro wurde von der Verwaltung abgelehnt. Der Consejo Consultivo bestätigte diese Ablehnung jetzt. Der Loro Parque plant weitere rechtliche Schritte. Der Konflikt findet damit vorerst kein Ende.
Was als Formalie begann, hat sich längst zu einem andauernden juristischen Konflikt entwickelt. Der Loro Parque beantragte im Vorjahr bei der Verwaltung der Kanarischen Inseln 1,4 Millionen Euro Schadensersatz mit der Begründung, man habe die Enteignung des Anschlussrechts nicht wirksam umgesetzt. Ohne diesen Zugang kann die genehmigte, zehn Megawatt starke Photovoltaikanlage in Arico ihren Strom nicht in das Netz einspeisen. Der Betreiber pocht auf Sicherheitsbedenken:
Loro Parque fordert 1,4 Millionen Euro von den Kanaren
Die Anlage wurde bereits im April 2022 genehmigt und im März 2023 als von öffentlichem Interesse eingestuft. Dies galt auch für ein mögliches Anschlussrecht und die teilweise Enteignung des Umspannwerks Icor.
Nach Darstellung des Loro Parque verweigerten DISA und Unternehmen des Konzernverbunds bei einem Vor-Ort-Termin im Juni 2024 den Zutritt zur entscheidenden 20-Kilovolt-Zone, obwohl ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der Kanaren (TSJC) aus dem April 2024 diesen Zugang bestätigte.
Auch die Verwaltung hält in einem Bericht fest, dass das Scheitern der Verbindung nicht auf Untätigkeit der Behörden zurückgehe, sondern auf die Weigerung von DISA, den Zugang zu erlauben. Der Stromversorger weist diese Darstellung unterdessen zurück.
Das Unternehmen erklärte, man habe den Anschluss nicht verhindert, sondern aus Sicherheitsgründen vom Loro Parque verlangt, einen eigenen Transformator in dem von DISA reservierten Bereich des Umspannwerks zu installieren.
Dies sei auch bei einem anderen Betreiber geschehen. Der Loro Parque wolle sich hingegen an den Transformator von DISA anschließen, was nach Ansicht des Energiekonzerns ein Risiko für die Sicherheit der Anlage darstellen würde. Der Streit um diese Anschlussbedingungen liegt derzeit vor Gericht.
Entschädigung für den Loro Parque abgelehnt
Der Oberste Rat der Kanaren, der Consejo Consultivo de Canarias, untersuchte das Verfahren und stützte die Position der Regionalregierung. Nach seinem Gutachten habe die Verwaltung gehandelt, die Anlage für gemeinnützig erklärt, das Anschlussrecht hergestellt und gerichtliche Genehmigungen für den Zutritt zu einem privaten Gelände beantragt. Verzögerungen seien vor allem auf laufende Gerichtsverfahren mit aufschiebender Wirkung und auf das Verhalten eines privaten Dritten zurückzuführen, nicht auf ein pflichtwidriges Verhalten der Behörde.
Der Rat sieht damit keinen ausreichenden ursächlichen Zusammenhang zwischen der Tätigkeit der Verwaltung und dem seitens des Loro Parque geltend gemachten wirtschaftlichen Schadens. Somit befürwortet der Rat die vollständige Ablehnung der Entschädigung.
Loro Parque erwägt Berufung im Strom-Streit auf Teneriffa
Für den Loro Parque ist der Fall damit hingegen nicht abgeschlossen. Das Unternehmen betonte, der Schaden sei unbestritten vorhanden, die Verwaltung sehe jedoch DISA als Verursacher. Mit Verweis auf die aus seiner Sicht unbegründete Weigerung von DISA, die Verwaltungs- und Gerichtsentscheidungen zu befolgen, kündigte die Gruppe des Tierparks an, gerichtliche Schritte gegen den Energiekonzern einzuleiten.
Zugleich behält sich der Loro Parque ausdrücklich vor, in Berufung zu gehen. Man wolle die Ablehnung der Forderung über 1,4 Millionen Euro anfechten, hieß es. Der Streit um den Anschluss der Solaranlage ist damit in eine neue juristische Phase eingetreten, der Ausgang ist offen.
Sehen Sie jetzt:
„Rufschädigung“: Loro Parque auf Teneriffa geht deutschen Reise-Riesen an![]()














Leserkommentare zu:
Strom-Streit: Loro-Parque fordert 1,4 Millionen Euro von den Kanaren
Diese Funktion ist unseren Mitgliedern vorbehalten. Hier finden Sie unsere Angebote.