Der Loro Parque auf Teneriffa wirft Dertour „Rufschädigung“ vor. Der deutsche Reise-Riese hat den rund 130 zur Gruppe gehörenden Unternehmen Kooperationen mit Zoos untersagt, die Meeressäuger zu Show-Zwecken einsetzen. Dem Tiergarten auf Teneriffa passt das nicht.
Dertour kündigte Ende Oktober kurzfristig ein Ende aller Kooperationen mit Unternehmen an, die Delfine und Wale Kunststücke aufführen lassen (wir berichteten als Erste). Auch Einrichtungen, in denen Tiere gezwungen werden mit Menschen zu schwimmen, gerieten auf die Streichliste. Schon wenige Tage später griff die neue Vorgabe. Seit Anfang November können keine Ausflüge in den Loro Parque oder vergleichbare Zoos mehr gebucht werden.
Der Loro Parque auf Teneriffa sieht sich durch die Entscheidung falsch dargestellt. Inhaltlich reagiert deren Geschäftsführer allerdings nicht auf die Kritik. Christoph Kiessling zeigt sich verstimmt:
Teneriffa: Loro Parque kritisiert Aus bei Dertour
„Das ist Rufschädigung. Dertour stellt damit unsere gesamten Bemühungen um Nachhaltigkeit und das Wohlergehen der Tiere infrage“, sagt Kiessling FVW. Man habe zuvor mehr als 45 Jahre lang eng kooperiert. Das sofortige Ende sei „sehr überraschend“.
Dertour begründet seine Entscheidung so: „Wir möchten sicherstellen, dass unsere Angebote den höchsten Standards des Tierschutzes entsprechen. Dazu gehört, dass wir keine Attraktionen unterstützen, die den Bedürfnissen dieser Tiere widersprechen.“ Dazu zählen laut Reise-Gruppe „unter anderem Aktivitäten, bei denen es zu direktem Kontakt zwischen Menschen und Meeressäugern kommt – etwa beim Delfinschwimmen. Auch Shows, in denen Tiere zu unnatürlichem Verhalten gezwungen werden, gehören nicht mehr zum Portfolio, wie etwa beim sogenannten ‚Beaching'“.
Unterdessen argumentiert der Tierpark mit internationalen Tierschutz-Zertifikaten. Zudem habe man in der Vergangenheit bereits 18 Tierarten vor dem Aussterben gerettet.
Delfine und Orcas, um die es Dertour geht, sind allerdings nicht vom Aussterben bedroht. Zudem verklagte der Loro Parque erst kürzlich die spanische Wissenschaftsbehörde CITES, nachdem diese die Zertifizierung für die Übernahme zweier Orcas aus Frankreich indirekt verhinderte.
Zwei Orca-Babys im Loro Parque gestorben
Der Zoo in Puerto de la Cruz auf Teneriffa gehört zu den größten Arbeitgebern der Kanarischen Inseln. Immer wieder gerät der Loro Parque mit Tierschützern aneinander. Hauptkritik ist die Haltung von Orcas in laut Aktivisten viel zu kleinen Becken für Tiere dieser Größe.
Der Loro Parque argumentiert mit der Aufnahme des tauben Orca-Weibchens Morgan, das in freier Wildbahn nicht lebensfähig gewesen sei. Tierschützer fordern hingegen ein Ende der Zucht. In den vergangenen Jahren sind in den Becken des Zoos mehrere Orca-Kälber zur Welt gekommen. Orca-Baby Vicky starb im Alter von drei Jahren, Ula nach rund zehn Monaten.
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Wegen Orcas streicht Dertour Loro Parque auf Teneriffa aus dem Programm![]()













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„Rufschädigung“: Loro Parque auf Teneriffa geht deutschen Reise-Riesen an
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