Teneriffa steckt im Tourismus-Wandel


Das Jahr 2018 war auf Teneriffa gewohnt laut, dabei aber mit großer Sorge begrüßt worden. Nach einem starken Jahr 2017 fürchteten viele Verantwortliche im Tourismussektor einen Einbruch. Doch es kam ganz anders. Und trotzdem wie befürchtet.

Teneriffa konnte im Vorjahr entgegen aller Befürchtungen sogar mehr Besucher begrüßen als noch 2017. Nach Angaben von Alberto Bernabé, Leiter des Tourismusamtes auf Teneriffa, stieg die Zahl der Besucher von 5,7 Millionen sogar auf 5,8 Millionen. Dennoch sei die Rentabilität im Urlaubssektor rückläufig.

Die Hintergründe für die Umsatzeinbußen seien dabei vielschichtig. Zum einen seien die Aufenthalte der Urlauber inzwischen kürzer. Außerdem seien mehrere Hotels nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder in den Markt eingestiegen. Die Kosten für die Modernisierungen führten unter anderem zu höheren Preisen, was sich auf das Buchungsverhalten auswirkte.

Gleiches gilt für die Eröffnung neuer Hotels, insbesondere in den Tourismushochburgen im Süden. Und nicht zuletzt sei auch der Wettbewerb mit alten Konkurrenzzielen wieder erstarkt. Diese waren beispielsweise durch politische Unruhen zeitweise für viele Touristen uninteressant gewesen.

Teneriffa büßt im wichtigsten Tourismus-Markt ein

Insbesondere aus Großbritannien, von wo traditionell die meisten Urlauber den Weg nach Teneriffa finden, sei die Zahl rückläufig. 2018 wurden mit 2,2 Millionen Briten auf Teneriffa rund 2,5 Prozent weniger Gäste gezählt. Kanarenweit ging die Zahl britischer Besucher allerdings sogar um 5,4 Prozent zurück.


Ausgeglichen wurde dies durch eine steigende Anzahl spanischer (+7,3%) und deutscher Besucher auf Teneriffa. Damit liegt die größte Kanaren-Insel vor dem Trend. Über alle Inseln gesehen fanden nämlich sogar 1,9 Prozent weniger Deutsche den Weg auf die Kanaren.

Ist Teneriffa bei Wiederkehrern beliebt oder in der Image-Falle?

Bei aller Volatilität in den Buchungszahlen konnte Teneriffa seine Besucher nach Angaben des Tourismuschefs herkunftsübergreifend beim Gesamtpaket überzeugen: Mehr als 60 Prozent der Urlauber aller Herkunftsländer seien Wiederkehrer. Bei Skandinaviern sei diese Zahl mit 70 Prozent noch höher, bei den Briten liege sie sogar bei 75 Prozent.

Was die Politik als besonders positiv hervorhebt, bedeutet umgekehrt betrachtet aber auch, dass Teneriffa – wie die meisten Nachbarinseln auch – ein Problem beim Akquirieren neuer Gäste hat. Gezielte Werbekampagnen sollen das bisweilen noch immer verstaubte Image aufpolieren. Und genau dabei helfen auch die neuen und modernisierten Hotels. Steigende Preise könnten also paradoxerweise langfristig der Schlüssel zum Erfolg sein. Teneriffa steckt eben mitten im Tourismus-Wandel.


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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.