Frau mit totem Baby auf Teneriffa unterwegs – Rettungsdienst in der Kritik


Mit dem leblosen und offenbar kurzzeitig im Kühlschrank gelagerten Körper eines Neugeborenen ist eine Frau am Dienstag in Puerto de la Cruz in ein Taxi gestiegen. Die 27-Jährige machte einen verwirrten Eindruck. Wie sich später herausstellte, war die Frau lediglich den Empfehlungen des Notrufs gefolgt. Der Mitarbeiter dort wurde inzwischen suspendiert.

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Gegen 10.45 Uhr war der Notruf bei der Polizei von Teneriffa eingegangen. Der Taxifahrer erklärte den Beamten, dass er eine Frau als Fahrgast transportiert habe, die einen offenbar verwirrten Eindruck gemacht haben soll. Sie habe mutmaßlich die gekühlte Leiche ihres eigenen Babys in Decken gehüllt bei sich getragen. Die Polizei entsandte daraufhin umgehend eine Streife.

Die Polizisten fanden die Frau und ihren Sohn am Straßenrand sitzend vor. Erste Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Neugeborenen um eine Frühgeburt gehandelt habe. Erst später wurde die ganze Tragik des Vorfalls bekannt.

Teneriffas Rettungsdienst soll fahrlässige Empfehlung gegeben haben

Die Frau hatte den Ermittlungen zufolge allein eine Frühgeburt erlitten und sich daraufhin an den Notruf gewandt. Ein Mitarbeiter dort soll ihr empfohlen haben, das tote Kind im Müll zu entsorgen oder einem Krankenhaus zu übergeben. Dazu solle sie das tote Kind zunächst im Kühlschrank lagern und am Folgetag mit dem Taxi zum Krankenhaus fahren.

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Die völlig verstörte und verängstigte Frau soll diesen Anweisungen gefolgt sein. Dazu hatte sie demnach auch ihren drei Jahre alten Sohn mitgenommen.

Der Rettungsdienst soll den für diese Empfehlung verantwortlichen Mitarbeiter inzwischen vom Dienst suspendiert haben. Die Klärung, wie es zu der medizinisch in höchstem Maße fahrlässigen wie pietätlosen Empfehlung kommen konnte, dauere an.

Die Frau war zunächst als geistig verwirrt eingestuft und ihr drei Jahre alter Sohn zwischenzeitlich an den sozialen Dienst der Stadt übergeben worden, hieß es. Inzwischen gelte es jedoch als sehr wahrscheinlich, dass sie auf falsche medizinische Anweisung hin gehandelt habe. Die Frau werde nun psychologisch betreut.

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