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“Bärendienst”: Aena will Kanaren-Flüge teurer machen – so reagiert die Politik


Fliegen auf die Kanaren soll teurer werden. Das schlägt der Airport-Betreiber vor. So positionieren sich Regierung und Tourismus-Verbände.

Von Juan Martín Lesedauer: 3 Minuten

Kanaren-Flüge sollen teurer werden. Das fordert der Betreiber der kanarischen Airports, Aena. Die Tourismus-Verbände der Inseln lehnen das entschieden ab. Sie fürchten einen Wettbewerbs-Nachteil.

Aena hatte eine Steigerung der Flughafen-Steuern um 4,09 Prozent zu März 2024 ins Spiel gebracht. Doch die Arbeitgeber im Tourismus fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit der Kanarischen Inseln. Zumal Fliegen im kommenden Jahr ohnehin teurer werde.

Inzwischen reagierten auch der Verkehrsminister und die Tourismus-Ministerin der Kanarischen Inseln. Die Ministerien zeigen sich in ihrer Haltung zu den Flugpreisen einig.

Teurere Kanaren-Flüge gefordert – Politik lehnt das ab

Der für den Verkehr zuständige Pablo Rodríguez hat sich mit Tourismus-Ministerin Jessica de León klar positioniert. Beide lehnten die geforderte Erhöhung ab. De León befürchtet, dass ein solcher Schritt “die Wettbewerbsfähigkeit der Kanarischen Inseln verringert, weil er das touristische Produkt teurer macht.”

Die Fluggesellschaften und Geschäftsleute der Kanarischen Inseln reagierten verschnupft auf den Vorschlag. Sie lehnen die Erhöhung ab, da sie um einen weiteren Anstieg der Flugtickets fürchten. Dies würde unweigerlich die Touristen-Zahlen beeinflussen.

Flughafen-Steuern auf den Kanaren: So würde sich eine Erhöhung auswirken

Konkret geht es um eine Erhöhung der Steuern pro Passagier um 4,09 Prozent. Das würde pro Person, und Flugbewegung eine Änderung von heute 9,95 Euro auf dann 10,35 Euro bedeuten. Doch es bleibt nicht bei diesen Zahlen.

Aena fordert den Anstieg der Tarife aufgrund der aktuellen Inflation. Auch die Kosten der Airport-Betreiber hätten sich drastisch erhöht. Zudem seien die Energiekosten der Flughäfen um mehr als 40 Prozent gestiegen.

Ein beidseitig akzeptiertes Dokument, das “Airport Regulation Document”, kurz Dora, sieht vor, dass zwischen 2022 und 2026 sämtliche Flughafensteuern eingefroren werden. Es gibt allerdings eine Hintertür. Sollten nämlich außerordentliche Kosten auf die Flughäfen zukommen, erlaubt ein bereits im Jahr 2014 erlassenes Gesetz, diese Kosten weiterzugeben. Und darauf beruft sich Aena nun.

Teurere Kanaren-Flüge nötig? Aena peilt Milliarden-Gewinn an

Der Präsident des Verbands der Unternehmer in Gastgewerbe und Tourismus von Las Palmas de Gran Canaria (Feht) sieht das als unnötig an. José María Mañaricua sagte, dass Aena das erste Halbjahr mit Gewinnen abgeschlossen habe, die über denen von 2019 lägen. Daher sei eine Erhöhung der Tarife aus seiner Sicht nicht gerechtfertigt.

Tatsächlich hatte Aena bereits das erste Halbjahr mit einem Nettogewinn von 607,7 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vergleichszeitraum vor der Pandemie hatte der Gewinn bei 559 Millionen Euro gelegen.

Tourismus-Experte: Flughafen-Betreiber erweist Tourismus “einen Bärendienst”

“Aena erweist den Kanarischen Inseln mit dieser Tariferhöhung einen Bärendienst”, sagte Mañaricua und erinnerte daran, dass im Jahr 2024 auch Emissionsrechte eingeführt würden, was ohnehin bereits zu einer Erhöhung der Flugtickets führt.

“Das BIP Spaniens und der Kanarischen Inseln wächst dank des Tourismussektors über dem europäischen Durchschnitt. Aena, das größtenteils im Besitz der spanischen Regierung ist, sollte solche Maßnahmen, die dem Land schaden, nicht ergreifen”, sagte der Tourismus-Experte. Tatsächlich gehört der Flughafenbetreiber zu 51 Prozent dem spanischen Staat.

Auch der Verband der Fluggesellschaften (ALA) sieht den Schritt als unnötig an. Während Aena “eine gesunde finanzielle Situation” aufweise, seien die Airlines mit immer noch mit steigenden Kosten konfrontiert. Daher sei es überflüssig, dass die Preisschraube ausgerechnet an dieser Stelle gedreht werde, lautete der Tenor.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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