Germania beantragt Insolvenz – Alle Infos für Kanaren-Urlauber


Germania-Flug ST 3711 war der wohl letzte der deutschen Airline. Kurz nachdem die Maschine aus Fuerteventura um 1.11 Uhr am frühen Dienstagmorgen in Nürnberg landete, wurde bekannt, dass die Fluglinie ab sofort am Boden bleibt. Was das für Kanaren-Urlauber bedeutet, erfahren Sie jetzt hier.

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Die Nachricht ist so aktuell, dass bei der Suche nach dem Stichwort „Germania“ sogar von der in Deutschland beliebtesten Suchmaschine „Google“ am Dienstagmorgen noch Flüge vorgeschlagen werden. Diese wird es jedoch nicht mehr geben. Denn Germania hat neben der jüngst beantragten Insolvenz auch mit sofortiger Wirkung den Flugbetrieb eingestellt. Nach Air Berlin trifft es damit in weniger als anderthalb Jahren die zweite deutsche Fluggesellschaft.

Von der Insolvenz betroffen sind neben der Germania Fluggesellschaft mbH auch das Schwesterunternehmen für technische Dienstleistungen, die Germania Technik Brandenburg GmbH, und die Germania Flugdienste GmbH. Die Schweizer Germania Flug AG hingegen sei ebenso wie die Bulgarian Eagle nicht involviert, hieß es.

Germania-Pleite: Was Kanaren-Urlauber jetzt wissen müssen

Die Airline mit dem grün-weißen Logo hatte auf den Kanaren die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und La Palma angeflogen. Die Pleite der Fluggesellschaft hat auch Folgen für Reiseveranstalter. Germania flog beispielsweise auch für Thomas Cook oder Tui, die auf den Kanarischen Inseln ein breites Angebot vertreiben.

Urlauber, die eine Pauschalreise mit Germania-Flügen gebucht haben, sollten sich umgehend mit dem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Dieser muss nun Alternativen zur Verfügung stellen. Wenn es der Flugplan nicht anders her gibt, kann jedoch das Reisedatum variieren. Daher gilt: Lieber schnell handeln, bevor alle Alternativen vergriffen sind.

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Weniger gut sieht es für Kunden aus, die ihre Flüge direkt bei Germania gebucht haben. Nach europäischer Gesetzeslage besteht kein Anspruch auf Ersatz. Die Flugtickets sind also wertlos. Zwar kann im Rahmen des Insolvenzverfahrens versucht werden, eine Entschädigung zu erlangen, sofern diese jedoch überhaupt zustande kommt, fällt sie erfahrungsgemäß sehr klein aus.

Inzwischen gibt es neue Informationen und konkrete Hilfs-Angebote für Betroffene. Aktuelle Informationen dazu haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Germania nach mehr als 30 Jahren insolvent

Germania wurde im Jahr 1986 gegründet. 2009 erfolgte dann der Umzug nach Berlin. Gemeinsam mit ihren zum Teil weiter aktiven Schwesterunternehmen wurden 37 Mittelstrecke-Jets betrieben. Zuletzt bewegte Germania rund vier Millionen Passagiere pro Jahr an 60 Ziele innerhalb Europas und nach Nordafrika sowie in den Nahen und Mittleren Osten.

Grund für die Insolvenz sollen vor allem gestiegene Kerosinpreise und die Abwertung des Euro zum US-Dollar sein. „Leider ist es uns schlussendlich nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen“, erklärt Geschäftsführer Karsten Balke auf der Germania-Homepage. „Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb.“

Mit diesen Worten und dem letzten Flug aus Fuerteventura endet die rund 33-Jährige Geschichte der Berliner Fluglinie.

Zuletzt war auch von einem Sparprogramm bei Norwegian berichtet worden. Wie es um die beliebte Alternativ-Billig-Airline steht, sehen Sie jetzt hier.

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