Kanaren: Nur 30 Prozent der Schwangeren sind geimpft – das sagen Ärzte


Sie gelten als Risiko-Gruppe. Dennoch sind nur rund 30 Prozent aller Schwangeren auf den Kanarischen Inseln gegen Corona geimpft. Das meldet das Gesundheitsministerium. Zuletzt mussten fünf schwangere Frauen in Krankenhäuser eingeliefert werden, eine davon auf die Intensivstation.

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Noch immer zögern viele Schwangere bei der Corona-Impfung. „Jetzt wissen wir, dass die Impfung für den Fötus sicher ist und sie bei Schwangeren keine anderen Nebenwirkungen verursacht als in der übrigen Bevölkerung“, sagte die Leiterin der Gynäkologie und Geburtshilfe-Station der Uniklinik auf Gran Canaria, Alicia Martín.

Zu Inforcasa sagte die Medizinerin weiter, dass insbesondere die mRNA-Impfstoffe „bei schwangeren Frauen eine fast so gute Immunantwort wie bei der nicht schwangeren Bevölkerung ausgelöst haben.“ Aus diesem Grund könne man zusammenfassen, dass sich Schwangere „durch die Impfung keinem erhöhten Risiko aussetzen und eine optimale Reaktion erzielen.“

Im Gegenteil sei eine Impfung sogar ratsam, da im Falle einer Erkrankung eine Immunantwort schwächer ausfalle: „Das Immunsystem einer Schwangeren wehrt sich schlechter gegen jede Infektion. Und Atemwegsinfektionen sind bei Schwangeren schlimmer, weil die Beatmungskapazität im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester reduziert ist“, erklärte Martín.

Minderheit der Schwangeren auf den Kanaren geimpft

Nach aktuellen Zahlen gelten auf den Kanarischen Inseln aktuell weniger als 30 Prozent der Schwangeren als geimpft. Bei Gesprächen zum Thema würde die Mehrheit offen für eine Impfung sein. Das Zögern sei in der Sorge begründet, die Impfung könne schlecht für das Kind sein.

Laut Martín fehlte bisher die wissenschaftliche Basis für eine Empfehlung. Doch inzwischen könne man diese aus medizinischer Sicht aussprechen. Und zwar seien ab der 20. Schwangerschaftswoche die Organe des Fötus soweit ausgebildet, dass eine Impfung möglich sei.

Zuletzt mehr Schwangere auf Intensivstationen der Kanarischen Inseln

Über die gesamte Pandemie verteilt seien vier Schwangere auf die Intensivstationen der Kanarischen Inseln eingeliefert worden. 20 weitere seien stationär aufgrund einer Covid-Erkrankung behandelt worden. Allerdings sei in der fünften Welle das Durchschnittsalter der Betroffenen gesunken. Und so stieg auch die Zahl der schwangeren Betroffenen zuletzt deutlich an.

Nach Behördenangaben wurden allein am Freitag fünf schwangere Frauen in die Krankenhäuser der Kanarischen Inseln eingeliefert, eine davon direkt auf die Intensivstation. Spanienweit kamen zuletzt sogar zwei Frauen nach der Entbindung ums Leben. Sie hatten sich zuvor mit Corona infiziert. Beide waren nicht geimpft.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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