Teneriffa News
Ihr Kanaren-Experte seit 2011!
Teneriffa News
Ihr Kanaren-Experte seit 2011!

So verändert der Kanaren-Tourismus die Sicherheit der Inseln

Die Kanaren verlieren Jahr für Jahr mehrere Kilometer natürlicher Küste. Eine Untersuchung warnt vor den Folgen des jahrzehntelangen Baubooms. Sie sieht wachsende Risiken für Bewohner und Infrastruktur.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Die Kanaren verlieren jedes Jahr rund vier Kilometer ihrer natürlichen Küstenlandschaft. Eine Untersuchung von „SOS Costas Canarias“ zeichnet das alarmierende Bild eines Archipels, dessen Küsten über Jahrzehnte immer stärker bebaut wurden. Jetzt treten die Folgen dieser Entwicklung ein.

Besonders betroffen sind touristisch geprägte Regionen auf Teneriffa und Gran Canaria, wo sich Hotels, Hafenanlagen und neue Siedlungen immer dichter an den Atlantik geschoben haben.

Die Studie mit der Universität La Laguna (ULL) beleuchtet die tiefgreifenden Veränderungen entlang der kanarischen Küsten seit den 1980er-Jahren. In dieser Zeit entstand ein Großteil jener Infrastruktur, die heute das Bild vieler Küstenorte prägt. Nach Einschätzung der Autoren geschah dieser Ausbau deutlich schneller, als es das empfindliche Ökosystem der Inseln verkraften konnte.

Kanaren-Küsten vom Bau-Boom für immer verändert

Inzwischen gelten bereits 18 Prozent der Flächen innerhalb der ersten 500 Meter vom Meer als künstlich verändert. Naturflächen wurden durch Straßen, Hotelanlagen, Promenaden und Wohngebiete ersetzt. Vor allem dort, wo der Tourismus die Wirtschaft bestimmt, sei der Druck auf die Landschaft besonders hoch.

Für ULL-Geografieprofessor Abel López ist die Entwicklung ein deutliches Warnsignal. Die fortschreitende Versiegelung der Küstenräume habe nicht nur ökologische Folgen, sondern könne langfristig auch die Sicherheit vieler Menschen gefährden.

Kanaren: Bau-Boom nimmt Puffer gegen Sturmfluten

Wenn natürliche Schutzräume verschwinden, verlieren die Inseln nach seiner Einschätzung einen wichtigen Puffer gegen Sturmfluten, Überschwemmungen und andere Extrem-Wetterlagen. Gleichzeitig erschwere die intensive Bebauung jede Anpassung an den Klimawandel.

Wie „SOS Costas Canarias“ berichtet, leben bereits Hunderttausende Menschen in Bereichen, die von Überschwemmungen betroffen sein könnten. Rund 800.000 Bewohner befinden sich in unmittelbarer Küstennähe. Etwa 91.400 Menschen gelten in einem langfristigen Risikoszenario als besonders gefährdet.

Hinzu kommen Tausende Einwohner in Gebieten nahe Barrancos, den für die Kanaren typischen Schluchten und Wasserläufen, die bei Starkregen enorme Wassermengen transportieren können.

Große Flächen der Kanaren von Überschwemmungen bedroht

Besonders besorgniserregend sind die Zahlen zu den potenziell gefährdeten Flächen. Laut der Untersuchung bedrohen starke Meeresstürme etwa 1300 Hektar in 54 Küstengemeinden. Das entspricht einer Fläche von mehr als 1700 Fußballfeldern. Weitere 600 Hektar gelten in der Nähe von Barrancos als überflutungsgefährdet, wobei ein großer Teil davon als stark betroffen eingestuft wird.

Die wirtschaftlichen Folgen solcher Ereignisse sind schon heute erheblich. Überschwemmungen verursachen in Spanien inzwischen den größten Anteil der Versicherungszahlungen nach Naturkatastrophen.

Die Autoren der Studie sehen dringenden Handlungsbedarf. Neue Bauprojekte in Überschwemmungsgebieten müssten gestoppt werden, heißt es. Gleichzeitig brauche es Investitionen in Frühwarnsysteme, moderne Notfallpläne und eine bessere Vorbereitung der Bevölkerung auf Extremwetter.

Auch die Wiederherstellung natürlicher Küstenabschnitte und die Renaturierung von Barrancos gelten als wichtige Maßnahmen. Viele Siedlungen seien über Jahrzehnte entstanden, ohne die natürlichen Risiken ausreichend zu berücksichtigen. Mit den Folgen des Klimawandels drohten sich diese Probleme nun weiter zu verschärfen.


Quellen:
Für Sie ausgewählt

Über den Autor

So verändert der Kanaren-Tourismus die Sicherheit der Inseln

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News, Ihrem Kanaren-Experten seit 2011. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

Diskussion

Leserkommentare zu:

So verändert der Kanaren-Tourismus die Sicherheit der Inseln


Diese Funktion ist unseren Mitgliedern vorbehalten. Hier finden Sie unsere Angebote.