Im Schatten des Teide hat sich erneut ein ungewöhnlich dichter Schwarm schwacher Erdbeben ereignet. Seit den frühen Stunden des Montag registrierte das Nationale Geographische Institut IGN im Bereich der westlichen Cañadas mehrere Tausend seismische Ereignisse.
Die Aktivität zog sich über mehr als 32 Stunden und blieb für die Bevölkerung vollständig unbemerkt. Dennoch sorgt sie in der Fachwelt für Aufmerksamkeit und einen Wandel in der Überwachung des Vulkankomplexes von Teneriffa.
Laut Messungen begann der Schwarm kurz nach Mitternacht und überschritt im automatischen System die Marke von 6500 kleinen Erdbeben. Während mit traditionellen Methoden nur etwa 1100 sogenannte hybride Ereignisse erfasst worden wäre, zeigt jetzt ein KI-gestütztes System die eigentlichen Erdstöße. Und so funktioniert das System, das gut 490 Prozent mehr Erdbewegungen erkennen konnte:
KI überwacht Teide auf Teneriffa
Verantwortlich für diese Differenz ist ein neues, vollständig automatisiertes Verfahren, das auf künstlicher Intelligenz basiert und feinste seismische Signale herausfiltert, die früher im Hintergrundrauschen verschwanden.
Die Forschenden erklären, dass die tatsächliche Zahl der Beben sogar noch höher sei. Im Durchschnitt wurden drei Ereignisse pro Minute verzeichnet, viele davon mit einer Magnitude von lediglich 1,0 und damit weit unterhalb der Wahrnehmbarkeit.
Die Aktivität konzentrierte sich in acht bis zehn Kilometern Tiefe unter dem Teide. In diesem Bereich wurde damit seit dem Jahr 2016 bereits der zehnte Schwarm registriert. Die Muster gleichen jenen, die in den vergangenen Wochen vermehrt beobachtet wurden. Das deutet nach Angaben von Expertinnen und Experten auf eine anhaltend dynamische Phase des vulkanischen Systems hin.
Wie der IGN-Direktor auf den Kanaren, Itahiza Domínguez, gegenüber EFE erläutert, seien mit der neuen Technik viele Signale sichtbar geworden, die zuvor schlicht untergingen.
Erdbeben auf Teneriffa: Wissenschaft gibt Entwarnung
Trotz der beeindruckenden Zahl an Mikrobeben gibt die Wissenschaft vorsichtige Entwarnung: Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Eruption fehlen vollständig.
Zwar stieg die CO2-Konzentration am Krater des Teide in den vergangenen Jahren deutlich und auch der Boden erhob sich um etwa zwei Zentimeter, in den vergangenen Tagen und Wochen kamen jedoch keine weiteren Erhöhungen beider Werte zustande. Dies sei ein beruhigendes Signal, hieß es. Nach Angaben des IGN würde erst ein Zusammenspiel solcher Faktoren die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs deutlich erhöhen.
Auch der Blick auf die jüngste Vulkanaktivität der Kanaren hilft einzuordnen: Während des Ausbruchs des Tajogaite auf La Palma im Jahr 2021 kam zwar ebenfalls künstliche Intelligenz zum Einsatz, doch die dortigen, wesentlich stärkeren Ereignisse unterscheiden sich klar von den gegenwärtigen Signalen auf Teneriffa.
Gut 100 Messstationen auf Teneriffa überwachen den Teide
Mehr als einhundert Messstationen überwachen auf und rund um Teneriffa permanent die Bodenbewegungen, die Gaszusammensetzung und die Erdbebenaktivität. Die aktuellen Beobachtungen fügen sich in eine fortlaufende wissenschaftliche Überwachung ein, die darauf abzielt, potenzielle Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Die Forschenden betonen, dass das neue Detektionssystem die Perspektive auf die vulkanischen Prozesse verändert: Was einst als ruhige Phase galt, erweist sich nun als fein strukturierte, pulsierende Aktivität im Untergrund.
Für die Bevölkerung bedeutet der jüngste Schwarm keine unmittelbare Gefahr, für die Forschenden hingegen liefert er wertvolle Einblicke in das Innere des Vulkans. Wie das IGN berichtet, handelt es sich um ein typisches, wenn auch mittlerweile weitaus detaillierter sichtbares Kapitel im langfristigen Geschehen unter Teneriffa.
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Leserkommentare zu:
10. Erdbeben-Schwarm: So hilft jetzt KI, den Teide auf Teneriffa zu verstehen
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