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Puerto de la Cruz: Auch Playa Jardín wegen Abwasser-Problemen geschlossen


Die Playa Jardín in Puerto de la Cruz gilt als wichtigster Strand der Region im Norden von Teneriffa. Jetzt ist sie wegen schlechter Wasserqualität geschlossen. Puerto de la Cruz fürchtet um sein Image.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 3 Minuten

Der nächste Strand auf Teneriffa muss wegen schlechter Wasser-Werte geschlossen werden. Diesmal betroffen: Der beliebteste Strand der Gemeinde Puerto de la Cruz im Norden der Kanaren-Insel.

Der Gartenstrand erhielt seinen Namen von der liebevoll angelegten Begrünung. Und die ist vorerst der einzige Höhepunkt für Strand-Besucher. Denn Teile des breiten Strandes sind für das Baden gesperrt.

Erst vor wenigen Tagen musste ein Teil der berühmten Playa de las Teresitas nahe der Hauptstadt gesperrt werden. Auch dort gab es Probleme mit der Wasserqualität. Grund dafür ist in beiden Fällen Abwasser, das ins Meer geleitet wird und durch die Strömung zurückkommt. So nun auch an der Playa Jardín in Puerto de la Cruz. Und der Fall ist verzwickt.

Abwasser-Probleme an vielen Kanaren-Stränden

Das Rathaus der Gemeinde im Norden Teneriffas ließ den Zugang zum Wasser an der Playa Jardín umgehend sperren, als die Ergebnisse der regelmäßigen Wasserproben vorlagen. Ausgelöst werden sie durch das Viertel Punta Brava, das viele Touristen aufgrund der tollen Kulisse kennen.

Wer aus dem Zentrum Puertos in Richtung der Playa Jardín läuft, sieht Punta Brava im Hintergrund liegen. Bunte Häuser säumen das Ende des Strandes. Doch der Stadtteil hat ein Problem: Das Abwasser der rund 1500 Anwohner wird teilweise ungeklärt ins Meer geleitet.

Regelmäßige Wasserproben sollen gesundheitliche Probleme vermeiden. Und das kann die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit der kanarischen Regierung derzeit nicht garantieren. Entsprechend wurde nach den jüngsten Werten regelmäßiger Wasserproben nun der gesamte Strand gesperrt.

Fäkalbakterien am Strand von Puerto de la Cruz auf Teneriffa

Mit dem Einleiten von Abwassern ins Meer geht bei ungünstiger Strömung einher, dass Fäkal-Bakterien den Strand-Bereich kontaminieren. Genau das geschieht nun an der Playa Jardín, wie bereits wenige Tage zuvor am Teresitas-Strand (mehr dazu unten).

Die Gesundheitsbehörde wird in den kommenden Tagen die Analysen verstärken, um den Strand schnellstmöglich wieder freigeben zu können. Zu den üblichen Problemen einer Kontamination mit E.Coli-Bakterien zählen Magen-Darm-Beschwerden sowie akute Atemwegsinfektionen und Infektionen der Ohren, Augen, Nasenschleimhäute sowie der Haut.

Teneriffa: Behörde wartet seit 14 Monaten auf Baugenehmigung

Laut Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz gilt der Stadtteil Punta Brava als alleiniger Verursacher der sich wiederholenden Bakterien-Kontaminationen. Die Stadtverwaltung stehe im engen Austausch mit der Insel-Regierung Teneriffas, um Lösungen für die Abwasser-Problematik des Stadtteils zu erarbeiten, heißt es.

Aktuell ist die für das Viertel zuständige Kläranlage mit der Menge des eingeleiteten Abwassers überfordert. Sie soll in den kommenden Jahren umfangreich erweitert werden, heißt es seitens der Verwaltung. Zudem solle die Kanalisation Haus für Haus untersucht werden, um Leckagen aufzuspüren und zu beseitigen.

Das zuständige Konsortium teilte unterdessen mit, bereits seit April 2023 auf eine Genehmigung der Küstenbehörde der Kanarischen Inseln zu warten. Diese sei nötig, um einen Riss zu beseitigen, durch den Abwasser ins Meer geleitet werde.

Puerto de la Cruz fürchtet um sein Image

Der Bürgermeister von Puerto de la Cruz, Marco González, betonte die Dringlichkeit der Maßnahmen: “Dieses Projekt muss so schnell wie möglich vorangetrieben werden. Wir haben bereits in der vorherigen Amtszeit die Finanzierung mit mehr als 25 Millionen Euro gesichert. Die Kläranlage ist seit Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt und nimmt zudem immer mehr Abwasser aus unserer Gemeinde sowie aus den Nachbargemeinden Los Realejos und La Orotava auf”.

Der Stadtteil Punta Brava gilt als zu schnell gewachsen. Die Kanalisation des Viertel sei mit den heutigen Ansprüchen heillos überfordert, heißt es hinter vorgehaltener Hand aus dem Rathaus der Touristenstadt. Hinzu komme die Beschaffenheit des Bodens auf dem gebaut wurde.

Außerdem sei die zwar geringe, jedoch fortwährende Aktivität des Bodens der Vulkaninsel ein Problem. Lecks an Abwasserrohren seien in der Folge normal. Allerdings gehe deren Reparatur deutlich zu langsam. Das führte in den vergangenen Jahren zu diversen Sperrungen der Strände. In der Zwischenzeit leidet das Image der Stadt weiter unter den regelmäßigen Abriegelungen des Haupt-Strandes. González sagt, dass “dies dem touristischen Image nicht nur von Puerto de la Cruz, sondern der ganzen Insel schadet”.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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