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“Vorzeichen”: Forscher finden Magma-Blase unter dem Teide auf Teneriffa


Wissenschaftler konnten erstmals Magma unter dem Teide visualisieren. Die Experten mehrerer Einrichtungen sind der Meinung, dass es sich um Vorzeichen eines Eruptiven Prozesses handeln könnte.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 3 Minuten

Die Wissenschaft nennt es ein “heißen Herz” unter dem Teide. Damit bezeichnen die Forscher eine Entdeckung, die rund zehn Kilometer unter der Insel Teneriffa gemacht wurde. Den Experten ist es erstmals gelungen, eine Magma-Blase unter der Kanaren-Insel zu visualisieren und zu charakterisieren.

Die Forschung ist eine Kooperation von Experten des Trofimuk-Instituts für Erdölgeologie und Geophysik in Nowosibirsk, des Vulkanologischen Instituts der Kanarischen Inseln (Involcan) und der Universität Granada.

Aus der südspanischen Universitäts-Stadt wurden die Studien-Ergebnisse veröffentlicht. Die seismische Tomographie-Studie erklärt, warum es unter Teneriffa immer wieder Mikroseismizität gibt.

Aufsteigende Magma-Blasen unter Teneriffa entdeckt

Den Experten zufolge zeigt die Tomographie Teneriffas deutlich, dass in der Kruste unter der Caldera Las Cañadas mehrere kleine magmatischen Reservoire zu finden sein könnten. Und diese Magma-Blasen befänden sich demnach inzwischen in etwa fünf Kilometern Tiefe.

Wie die Wissenschaftler erklären, handle es sich bei diesen Blasen um Bereiche, in denen die Magma abkühlt und ihre chemische Zusammensetzung verändert. Die entstehende Mischung sei Phonolith. Dabei handelt es sich um typisches Gestein, das in Vulkangebieten vorkommt. Es gehöre zu den potenziell explosiven Magma-Arten.

Magma-Blasen können “Quelle hochexplosiver Eruptionen” sein

Wie die Geologen und Seismologen erklärten, können magmatische Reservoirs dieser Art die Quelle hochexplosiver Eruptionen sein. Forscher schätzen, dass diese auch den Vulkanausbruch an der Montaña Blanca vor rund 2000 Jahren genährt haben.

Die Studie zeigt zudem, warum Vulkanausbrüche auf Teneriffa, die außerhalb der Cañadas stattfanden, einen eher effusiven Charakter hatten. Effusive Ausbrüche gelten als fließend, während ejektive Ausbrüche, wie sie auf dem Hochplateau Teneriffas stattfinden, explosionsartig sind.

Teneriffa: CO2 und Erdbeben am Teide erhalten neuen Kontext

Bereits seit dem Jahr 2016 werden auf dem Teide zunehmende Kohlendioxid-Emissionen festgestellt. Zudem ist die Seismizität unter dem Mittelpunkt der Kanaren-Insel konstant hoch. Die nun in einer der wichtigsten Fachzeitschriften, dem “Journal of Geophysical Research”, veröffentlichte Entdeckung gilt als wichtige Interpretationshilfe dieser seit Jahren gemessenen Aktivitäten.

Diese Gegebenheiten könnten laut den Wissenschaftlern auf einen langsamen Aufstieg eines Diapirs hinweisen. So werden in der Fachsprache unter anderem Magmablasen genannt, die aus tieferen Schichten nach oben wandern.

Kanaren-Insel Teneriffa: Teide gibt Anzeichen für möglichen Eruptionsprozess

Die Studie spricht von einer Aufwärtsbewegung aus mehr als zehn Kilometern Tiefe unter dem Teide. All das könnten Vorläufersignale eines möglichen eruptiven Prozesses auf Teneriffa sein.

Ermöglicht wurde die seismische Tomographie-Studie durch die Inbetriebnahme des  Seismik-Netzwerks. Es wurde im Jahr 2016 unter Aufsicht des Vulkanologischen Instituts der Kanarischen Inseln errichtet. Dabei handelt es sich um 19 seismische Breitband-Stationen, mit deren Hilfe Tausende von Mikro-Erdbeben auf Teneriffa lokalisiert werden konnten.

Neue Möglichkeiten zur Beobachtung des Teide auf Teneriffa

Seismische Wellen werden unter anderem durch die Bewegung von Magma und andere hydrothermale Flüssigkeiten ausgelöst. Durch die Kombination der Informationen des Netzwerks und der aufgezeichneten Daten des Nationalen Geographischen Instituts (IGN) ergibt sich ein Bild aus dem Inneren des Teide bis in eine Tiefe von etwa 20 Kilometern.

Mit diesen neuen Informationen konnten die Forscher nicht nur die aktuellen Ableitungen treffen, sie werden die Aktivität unterhalb des Teide in den kommenden Monaten und Jahren auf diese Weise zudem besser beobachten können.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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