In der Inselhauptstadt von Teneriffa stellt man sich vorsorglich auf einen Vulkanausbruch des Teide ein, sollte er denn kommen. Die Fachleute halten die Gefahr für gering, und zwar ganz allgemein wie auch eigens für Santa Cruz de Tenerife. Trotzdem hat Bürgermeister José Manuel Bermúdez eine technische Kommission ins Leben gerufen, deren Aufgabe es ist, für den Ernstfall einen Aktionsplan auszuarbeiten.
Das frisch geschaffene Gremium soll Szenarien durchspielen, vorbeugende Maßnahmen empfehlen und die organisatorischen wie logistischen Abläufe aufeinander abstimmen. Bermúdez stellt klar: Es gehe keineswegs darum, Panik zu schüren. Vielmehr habe sich die Stadt ganz bewusst in einen vorbeugenden Modus begeben.
Aus den wissenschaftlichen Beobachtungen gehe hervor, dass die derzeitige vulkanische Aktivität vom gewohnten Muster abweiche. Eben deshalb müsse man sich rechtzeitig auf verschiedene Entwicklungen einstellen. Wann ein etwaiger Ausbruch käme oder in welcher Gestalt, das kann zur Stunde niemand mit Gewissheit sagen. Es gehe also um Szenarien wie die folgenden:
„Geringes Risiko“, doch Teneriffa bereitet sich auf Vulkanausbruch vor
Welches Szenario man auch durchdenke, der Hauptstadt komme nach Ansicht des Bürgermeisters jedes Mal eine wichtige Rolle zu. Selbst wenn Santa Cruz selbst kaum unmittelbar betroffen wäre, könnte die Stadt zur zentralen Anlaufstelle für Menschen aus anderen Gemeinden werden. Dann müsste die Verwaltung binnen kurzer Zeit Unterkünfte bereitstellen und die wichtigen Versorgungsfragen regeln. Auch die Wasserversorgung gehört dazu, die im Krisenfall womöglich neu gesteuert werden müsste.
Mit genau diesen Punkten soll sich die neue Kommission nun im Einzelnen befassen. Gemeinsam wollen Vertreter der verschiedenen städtischen Dienste prüfen, wie viele Menschen sich im Notfall aufnehmen ließen, welche Infrastruktur zur Verfügung steht und welche zusätzlichen Schritte erforderlich wären.
Für ein Ereignis von gewöhnlichem Ausmaß sei die Stadt vermutlich hinreichend gerüstet, erklärte Bermúdez. Käme es allerdings zu einem ungewöhnlich heftigen Ausbruch, dann lasse sich derzeit kaum sagen, ob die vorhandenen Kapazitäten genügen würden.
Vulkanausbruch auf Teneriffa? Santa Cruz plant den Ernstfall
Die Verwaltung rechnet daher damit, dass zahlreiche denkbare Szenarien einzubeziehen sind. Nicht nur die Wucht eines Ausbruchs zählt, sondern ebenso sein zeitlicher Verlauf. Eine rasche Evakuierung anderer Gemeinden würde ganz andere Anforderungen mit sich bringen als eine langsame Entwicklung, die sich über Tage oder Wochen hinzieht.
Für Bermúdez ist eines sicher: Santa Cruz muss eng mit den übrigen Kommunen der Insel zusammenwirken. Im Alleingang könne die Hauptstadt keine Entscheidungen treffen, sondern müsse sich in eine abgestimmte Reaktion auf Inselebene einfügen. Genau darum gehe es jetzt, organisatorische Abläufe vorab festzulegen und die Zuständigkeiten zu klären.
Knapp bringt der Bürgermeister die Linie auf den Punkt: Gering möge das Risiko sein, doch die Vorbereitung sei das Entscheidende. Bleibe der Vulkan ruhig, habe die Stadt immerhin ihre Planung verbessert. Sollte sich die Lage hingegen zuspitzen, könnte gerade diese Vorbereitung den Ausschlag geben.















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