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17 Millionen für eine Seilbahn? Teneriffa hat andere Sorgen!


Unsere Leserreporterin zeigt sich entsetzt ob der neuen Attraktion, die in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz entstehen soll. Spricht sie Ihnen aus der Seele?

Von Leserreporter – Lesedauer: 2 Minuten

Von Leserreporter Marlis Zoschke

“Das darf doch wohl nicht wahr sein”, dachte ich. “Wie kann man solche Baumaßnahmen planen, wenn wichtigere Dinge Vorrang haben müssten?” Gelesen hatte ich zuvor die Meldung, dass in Teneriffas Hauptstadt 17 Millionen Euro für eine Seilbahn ausgegeben werden sollen (nachzulesen hier).

Es ist durchaus möglich, dass zu Anfang viele Touristen diese “Attraktion” ausprobieren wollen, um mitreden zu können. Sind denn alle, die diese unnötige Seilbahn befürworten, schon mal zum Gipfel des Teide gefahren? Vermutlich nicht. Denn die Kosten sind für eine Familie schon eine Herausforderung.

Oder hoffen die Initiatoren dieser einmaligen Errungenschaft, dass die Amigos aus den USA sich auf die Seilbahn stürzen werden? Dort gibt es wesentlich größere Attraktionen. Allerdings wäre es immerhin eine Einnahmequelle für die Insel. Denn große Einkäufe werden die Touris sicher nicht tätigen. Dafür ist die Zeit vor Ort viel zu kurz. Die Eisdielen werden wahrscheinlich den größten Umsatz haben. Aber Teneriffa hat doch ganz andere Probleme als eine überflüssige Seilbahn.

Teneriffa sollte lieber Millionen in Kanalisation oder Bildung stecken

Wurde inzwischen mit der Sanierung oder dem Bau für eine ordnungsgemäße Kanalisation angefangen? Stattdessen fließt der Dreck weiterhin ins Meer – oder die Ratten fühlen sich so richtig wohl.

Ich möchte behaupten, dass die Rohre, die für das Abwasser benutzt werden, für eine Kanalisation ungeeignet sind. Denn für Abwasser gibt es schon besonders haltbare Rohre. Und hier befürchte ich, dass alles sehr großzügig gehandhabt wurde.

Schon kleine Risse im Rohr lassen das Abwasser austreten und in das Erdreich fließen. Das ist nicht nur umweltschädlich, sondern kann auch gesundheitsgefährdend werden. Nicht nur für Einheimische.

Teneriffa, investiere lieber in junge Leute!

Für die jungen Leute könnten die 17 Millionen besser eingesetzt werden. Ich denke, dass es immer noch sehr viele Arbeitende mit einer mäßigen Schulausbildung gibt – wie fast überall. Und dass sie für einen Hungerlohn in der Gastronomie arbeiten müssen. Auch hier wäre eine richtige Ausbildung gut. Die Zeiten haben sich geändert und so einfach, wie vor 50 Jahren, ist es nicht mehr.

Als wir in einem Jahr auf Teneriffa ankamen, wurde uns sofort gesagt: “Wir wollen keine Ausländer, die bei uns arbeiten. Die Arbeitsplätze brauchen wir für unsere Leute.”
Daran wird sich kaum etwas geändert haben. Höchstens, dass es nicht mehr so direkt gesagt wird.

Unsere Leserreporterin Marlis Zoschke schreibt regelmäßig über ihre Erfahrungen aus vielen Jahrzehnten auf den Kanaren. Weitere Beiträge von ihr finden Sie hier.


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