„Behandelt wie Fleischstücke“: Patientin berichtet aus Krankenhaus auf Gran Canaria


Eine Patientin richtet einen Appell an die Politik auf den Kanarischen Inseln. Die junge Frau wird in einem Krankenhaus auf Gran Canaria behandelt. Sie teilt ihre Erfahrung in einem Video. Der Bericht geht nahe.

Lesedauer: 2 Min.

Eigentlich sollte sie sich wegen eines Morbus-Crohn-Ausbruchs ins Krankenhaus begeben. Doch bei der obligatorischen Überprüfung zur Aufnahme wurde die junge Frau positiv auf Covid-19 getestet. Seither liegt sie nach eigener Aussage im Hospital Insular de Gran Canaria.

Die junge Frau verarbeitet ihre Erfahrungen in einem Video, das sie im Selfie-Modus mit dem Handy aufnimmt. Die Situation sei „prekär“, berichtet sie darin. Patienten in dem Krankenhaus fühlten sich behandelt „wie Fleischstücke“. Dem Personal macht sie keinen Vorwurf.

Die junge Frau berichtet davon, dass es ihr grundsätzlich gut gehe. Der Zustand des Krankenhauses und die Überbelastung des Personals seien jedoch anzuprangern.

Damit beginnt die junge Frau dann auch. Sie sei in den 7. Stock des Inselkrankenhauses verlegt worden, berichtet sie. Dort sei ihr schnell bewusst geworden, dass die Situation für Patienten und Mitarbeitende schlecht sei.

Situationsbericht aus Krankenhaus auf Gran Canaria: Kaputtes Bett, kein Mittagessen, kein Notruf

In dem Clip berichtet sie davon, dass sie jüngst kein Mittagessen bekommen habe. Ein Tablett sei gefallen und so fehle nun eines. Doch das sei nicht alles.


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Während der Aufzeichnung zeigt die Patientin ihr Zimmer und das Bad. Sie berichtet von ihren Erfahrungen und dokumentiert diese teilweise. So seien die Wände feucht und an einigen Stellen blättere der Putz hinab.

Zudem gebe es auf dem Zimmer keinen Fernseher, keine Notruf-Vorrichtungen und auch kein Telefon. Dann begibt sie sich auf den Weg ins Badezimmer. Dort zu sehen ist eine spartanische Einrichtung. An der Duschwanne gibt es Rost.

Schließlich berichtet die Patientin, dass ihr Bett defekt sei. Es lasse sich nicht mehr hinunterklappen und sie habe so schlafen müssen. „Niemand ist gekommen, um es zu reparieren. Sie werden auch nicht kommen“, sagt die Patientin resigniert.

Video: Patientin berichtet aus Krankenhaus auf Gran Canaria

Das Personal sei nicht das Problem, erklärt sie weiter. Vielmehr seien es die Bedingungen, unter denen gearbeitet würde. Die Mitarbeitenden würden sich „alle Mühe geben, ihren Job zu machen“, berichtet sie. Doch „es gibt keine Mittel zum Arbeiten. Es ist ungeheuerlich.“

Warum sie das Video öffentlich mache, erklärt die junge Frau so: „Ich prangere diese Situation an, denn ich kann meine Stimme erheben.“ Es gebe jedoch viele, besonders ältere Menschen, die diese Möglichkeit nicht hätten.

Zum Abschluss fragt die Frau: „Was wird mit den Steuern gemacht, die wir zahlen? Was mit der Sozialversicherung? Es gibt kein Geld. Es gibt nicht genügend Mitarbeiter. Sie arbeiten in Doppelschichten. Bitte, Sie müssen erfahren, was hier vor sich geht.“

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„Behandelt wie Fleischstücke“: Patientin berichtet aus Krankenhaus auf Gran Canaria

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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