Unwetter: Kanaren-Fähre läuft vor Gran Canaria auf Grund


Sturmtief Filomena hat in der Nacht zu Freitag seinen wohl prominentesten Schaden gefordert. Durch die schlechten Bedingungen infolge des Unwetters über den Kanarischen Inseln lief eine Fähre, die Teneriffa und Gran Canaria verbindet, auf Grund.

Lesedauer: 2 Min.

Mit 76 Passagieren an Bord ist die „Bentago Express“ in der Nacht zu Freitag vor Gran Canaria auf Grund gelaufen. Die Fähre pendelt im Dienste der Reederei Fred. Olsen Express zwischen Puerto de Las Nieves de Agaete und Santa Cruz de Tenerife. Der Zwischenfall ereignete sich in direkter Haffennähe. An Bord befanden sich zu dem Zeitpunkt 59 Passagiere, 17 Besatzungsmitglieder und diverse Fahrzeuge.

Das Schiff war während des Andockmanövers auf Grund gelaufen. Das berichtet der Rettungsdienst der 112 Canarias. In einer Erklärung teilte die Reederei zudem mit, dass der Vorfall im Zusammenhang mit den aktuellen Unwettern stehe.

Die „Bentago Express“ war demnach von der Strömung erfasst und vom eigentlichen Kurs abgebracht worden. Durch das Kentern sei es auch zu einem geringen Wassereintritt gekommen, der das Schiff jedoch nicht ernsthaft beeinträchtigt habe, berichtete die Verwaltung Gran Canarias.

Herbeigerufene Rettungsdienste bestätigten, dass alle Menschen unverletzt und die Fracht unbeschadet geblieben seien. Parallel zu den Rettungsdiensten wurden mehrere Schiffe zur Unfallstelle beordert. Derweil prüften Mitarbeiter der Reederei den Rumpf des Katamarans bei einem Kameratauchgang.

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Mit Hilfe der Seenotrettung sei etwa ab Mitternacht daran gearbeitet worden, das Schiff zu entladen, um es noch vor der Ebbe am frühen Freitagmorgen zurück ans Dock schleppen zu können. Unter anderem dazu wurden zwei Rettungseinheiten aus Las Palmas de Gran Canaria an den Unfallort entsendet. Die Regierung der Kanarischen Inseln aktivierte temporär den Notfallplan für Katastrophenschutz, um alle für die Evakuierung der Passagiere erforderlichen Mittel aktivieren zu können.

Unterdessen versicherte die Reederei, dass der Zwischenfall „auf die schweren Wetterbedingungen“ und die damit verbundenen „Südwestwinde“ zurückzuführen sei. Diese wüten – mit einer kurzen Pause am Dienstag – bereits seit Anfang der Woche über den Kanarischen Inseln.

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Weiteren Angaben der Verantwortlichen zufolge, gehe es allen Gästen und der Besatzung gut. Die Passagiere hätten den Zwischenfall zunächst gar nicht bemerkt, hieß es. Auch das Schiff habe den ersten Erkenntnissen zufolge „keinen signifikanten Schaden“ erlitten.

Der Zwischenfall hatte viele Schaulustige und Angehörige in den Hafen gelockt. Viele von ihnen beobachteten die Bergungsarbeiten über mehrere Stunden.

Die „Bentago Express“ ist ein Hochgeschwindigkeitskatamaran. Sie wurde im Jahr 2000 in Dienst gestellt und pendelt mehrmals täglich zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Die Fähre erreicht bis zu 38 Knoten, was etwa 70 Kilometern pro Stunde entspricht. Naturschützer kritisieren Schiffe dieser Art schon seit Jahren. Sie werden immer wieder mit Walstrandungen in Verbindung gebracht.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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