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Kanaren: Meer-Erwärmung könnte sogar Garnelen vertreiben


Das Meer vor den Kanarischen Inseln wird immer wärmer. In der Konsequenz verändern Tiere wie Garnelen oder Engelhaie ihr Verhalten grundlegend. Einige von ihnen könnten mit der Zeit sogar verschwinden.

Von Johannes Bornewasser Lesedauer: 3 Minuten

Der Atlantik vor den Kanarischen Inseln ist so warm wie nie. Und das führt zu Veränderungen des pH-Werts. Das kanarische Meer ist saurer als üblich. Und die Veränderung hat in den vergangenen fünf Jahren Fahrt aufgenommen. Forschende Warnen.

Die Effekte werden vom CanBio-Makroprojekt untersucht. Der Zusammenschluss hat sich der Untersuchung von Effekten des Klimawandels auf das Meer verschrieben. Und die Ergebnisse wurden nun an der Universität La Laguna (ULL) vorgestellt. Sie zeigen eine Zunahme negativer Effekte.

In den vergangenen fünf Jahren sei der Ozean vor den Kanarischen Inseln deutlich saurer geworden. Die Wissenschaffenden führen die Schwankung des pH-Werts auf den Ausstoß von CO2 zurück. Und die Effekte hätten sich im Vergleich zum Jahr 2020 deutlich verstärkt. Was sie in letzter Konsequenz bedeuten können.

Atlantik vor den Kanaren wird saurer

Melchor González von der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULGPC) spricht von einer Veränderung innerhalb von fünf Jahren um 7 Prozent. “In den letzten 25 Jahren ist der Wert insgesamt um 13 Prozent gestiegen”, sagte González. Allein die vergangenen fünf Jahre haben also für die Hälfte dieser Gesamt-Zunahme eines viertel Jahrhunderts gesorgt.

Die Abweichung des pH-Werts sei zwar prozentual betrachtet gering, für das Ökosystem habe dies allerdings signifikante Auswirkungen. Vor allem Muscheln und Korallen seien davon mitunter stark betroffen. Zudem benötigen auch Mollusken, Napfschnecken oder Garnelen gleichbleibende Bedingungen – unter anderem für die korrekte Ausbildung ihrer Schalen. Andernfalls sind sie auf Dauer nicht überlebensfähig.

Meer vor den Kanaren wird immer wärmer

Die Experten sehen die Erwärmung der Meere als Hauptgrund für die aktuelle Entwicklung. Im Jahr 2023 erreichte der Atlantik nahe den Kanarischen Inseln eine Tiefsttemperatur von 19,4 Grad und eine Höchsttemperatur von knapp 27 Grad.

Die Temperaturen “liegen zwei Grad über dem in den Vorjahren beobachteten Höchstwert”, sagt González. Den im Rahmen des Projekts durchgeführten Berechnungen zufolge hat sich das Meer der Kanarischen Inseln jährlich um 0,32 Grad Celsius erwärmt.

Für Sonia Fernández von der ULL war “das Jahr 2023 aufgrund der Hitzewellen besonders untypisch”. Der Biologin zufolge seien bis zu 30 Prozent der weltweiten Meeresoberfläche davon betroffen.

Kanaren-Strömung hält Meer vor Teneriffas Norden vergleichsweise kühl

Die Experten zeichnen die Temperaturentwicklung dauerhaft auf. Dazu werden Thermometer in drei und 13 Metern Tiefe an den drei Stellen vor Teneriffa genutzt. Demnach eigne sich der Norden der Kanaren-Insel besonders gut, damit sich Lebewesen dort vor der steigenden Temperatur schützen können.

Den Daten zufolge seien die Temperaturen im Norden Teneriffas am wenigsten gestiegen. Der Grund dafür liegt in der Strömung der Kanarischen Inseln, die die Temperatur dort noch am vergleichsweise niedrigsten hält.

Meer vor den Kanaren wird immer wärmer – Forscher sehen Politik in der Pflicht

In der Folge verändern sich auch die Bruteigenschaften der kanarischen Engelhaie. Die Tiere gelten inzwischen sogar als vom Aussterben bedroht. Die Forschenden überwachen die Bewegungen der Tiere bereits seit Jahren und zuletzt kamen sie erst Monate später wieder an der Küste von La Graciosa an, nachdem die Meerestemperatur auch dort wieder sank. Jiménez resümiert: “Die Temperatur beeinflusst nicht nur die allgemeine Population, sondern auch direkt das Verhalten.”

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass der Anstieg der globalen Temperaturen direkte Auswirkungen auf das Leben im Meer vor den Kanarischen Inseln hat. Aus diesem Grund sei es notwendig, dass schnelle Reaktionen seitens der Politik gezeigt würden. Andernfalls sehen sie irreversible Veränderungen der Ökosysteme und damit dem Leben im Meer vor den Kanarischen Inseln. Mit allen Konsequenzen für die dortige Population.


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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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