Kanaren-Wahl: So könnte La Gomera die neuen Regierung entscheiden


Die PSOE hat die Wahlen zum Parlament der Kanarischen Inseln mit 25 Sitzen klar gewonnen. Das geht aus den letzten Hochrechnungen hervor. Demnach steht die CC mit 20 Abgeordneten an zweiter Stelle. Die Nationalisten bleiben erneut die am häufigsten gewählte Partei auf Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura und La Palma. Dennoch lassen die Wahlen die Präsidentschaft der kanarischen Regierung noch offen. Diese wird erst durch die anstehenden Koalitionsverhandlungen final entschieden. Dabei könnte ausgerechnet die kleine ASG aus La Gomera entscheidender Faktor sein.

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Die PSOE hat sich, wie bereits vor vier Jahren, bei den Regionalwahlen auf den Kanarischen Inseln durchgesetzt. Diesmal haben die Sozialdemokraten jedoch nicht nur nach Stimmen gewonnen, sondern auch nach Sitzen. Dort folgt die CC. Wer am Ende tatsächlich regiert, werden erst die Koalitionsverhandlungen zeigen.

Eine Reformation des Wahlsystems hat dafür gesorgt, dass das Parlament künftig nicht mehr 60, sondern 70 Abgeordnete fasst. Neun der neuen Sitze gehen an den regionalen Wahlkreis.

Von den 70 möglichen Sitzen gehen nach den letzten Hochrechnungen 25 an die PSOE. Das sind fünf mehr als noch bei der vergangenen Wahl im Jahr 2015. Die nationalistische Verbindung aus CC und PNC erreicht 20 Sitze (zwei mehr als 2015). Die PP kommt auf elf Sitze (einer weniger), die mitte-links-gerichtete Nueva Canarias kommt auf fünf Sitze (ebenfalls -1), die linkspopulistische Podemos ereicht vier Sitze (drei weniger), die Socialista Gomera (ASG) fällt ebenfalls um drei auf drei Sitze und die noch recht junge Ciudadanos erreicht erstmals zwei Sitze.

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Kanaren-Wahl: La Gomeras ASG wohl Zünglein an der Waage

Die absolute Mehrheit würde bei 36 Abgeordneten erreicht sein. Der Vorsitzende der PSOE (25 Sitze), Ángel Víctor Torres, könnte diese durch einen progressiven Pakt mit der Nueva Canarias (5) und der Podemos (4) allein noch nicht erreichen. Zünglein an der Waage wäre dann die ASG (3). Derzeit gilt als ungewiss, ob ASG-Chef Casimiro Curbelo bei diesem Bündnis, das zusammen auf 37 Sitze käme, mitziehen würde.

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Curbelo wäre es auch, der mit seiner ASG den aktuellen Präsidenten Fernando Clavijo von der CC im Rennen halten könnte. Ein Bündnis der ASG (3 Sitze) mit CC-PNC (20), der PP (11) und Ciudadanos (2) käme zusammen genau auf die benötigten 36 Sitze.

Weitere Rechenspiele sind zwar theoretisch denkbar, gelten praktisch jedoch als eher unwahrscheinlich. Damit kann ausgerechnet die verhältnismäßig kleine Socialista Gomera die Regierung auf den Kanarischen Inseln bilden. La Gomeras Inselpräsident Curbelo kann sich in dieser Position zurücklehnen und abwarten, wer den Sozialdemokraten von der drittkleinsten Kanaren-Insel das beste Angebot für die anstehende Legislaturperiode unterbreitet.

Das final bestätigte Wahlergebnis steht noch aus. Die in den oben genannten Rechenbeispielen aufgezeigte Sitzverteilung gilt laut Experten jedoch als wahrscheinlicher Wahlausgang.

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