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US-Angriff gefährdet riesige Kanaren-Community in Venezuela

Die Kanaren beobachten die Lage in Venezuela nach einem US-Angriff genau. Zehntausende Kanarios leben in dem von den USA angegriffenen Land.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Nach dem US-Angriff auf Venezuela beobachtet die kanarische Regierung die Lage der dort lebenden zehntausenden Kanarios genau und steht in engem Kontakt mit der Diaspora.
  • Die Verbindung zwischen Kanaren und Venezuela reicht bis zur Entdeckung Amerikas zurück; nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten rund 100.000 Kanarios nach Venezuela aus.
  • Präsident Clavijo verspricht kontinuierliche Informationen und diplomatischen Einsatz zum Schutz der kanarischen Bürger in Venezuela.
Unsere Mitglieder sehen hier eine praktische Zusammenfassung

Venezuela und die Kanaren verbindet eine jahrhundertelange Tradition. Nach dem US-Angriff auf das südamerikanische Land herrscht auf den Kanaren angespanntes Abwarten. Die Regierung der Kanarischen Inseln kündigte an, alles für die Sicherheit der kanarischen Gemeinschaft in Venezuela zu unternehmen.

Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, betonte, dass die Regierung die Lage in Venezuela genau beobachte und in engem Kontakt mit den Vertretern der kanarischen Gemeinschaft stehe. Die Priorität liege darauf, aktuelle und ungefärbte Information über die Situation der Kanarios vor Ort zu erhalten.

Die Geschichte der Kanaren mit Venezuela begann mit der Entdeckung der Neuen Welt. Damals wurden die Kanarischen Inseln zu einer strategisch wichtigen Drehscheibe auf dem Weg nach Amerika. Das sind die Hintergründe:

Kanaren und Venezuela verbindet jahrhundertelange Tradition

Christoph Kolumbus nutzte den Archipel mehrfach als letzte Zwischenstation: 1492 legte der Entdecker auf La Gomera an, 1493 auch auf El Hierro. Zwischen 1492 und 1506 starteten von La Gomera und Teneriffa aus mindestens zwölf bedeutende Expeditionen.

In den folgenden Jahrhunderten wanderten zahlreiche Kanarios, oft aus wirtschaftlicher Not, wegen Piratenangriffen, Naturkatastrophen und Hungersnöten, nach Mittel- und Südamerika aus, besonders oft nach Venezuela.

Allein nach dem Zweiten Weltkrieg verließen rund 100.000 der damals 700.000 Inselbewohner den Archipel in Richtung Venezuela, das lange Zeit als „achte Insel der Kanaren“ gezählt wurde. Inzwischen ist dies offiziell La Graciosa, inoffiziell wird Venezuela jedoch weiterhin so bezeichnet. Seit Ende der 1980er-Jahre kehren viele Auswanderer und ihre Nachkommen angesichts der Krise in Venezuela wieder nach Spanien zurück. Dennoch leben dort weiterhin mehrere zehntausend Menschen mit kanarischen Wurzeln.

Kanaren reagieren auf US-Angriff auf Venezuela

Clavijo erklärte, dass bisher keine schweren Vorfälle bekannt seien, die Menschen von den Kanaren direkt betreffen. Dennoch herrsche Besorgnis unter den Familien mit Verbindungen nach Venezuela. Er riet zur Ruhe und empfahl, nur offiziellen Informationen zu vertrauen. Die kanarische Regierung hat die Zusammenarbeit mit den spanischen diplomatischen Diensten intensiviert, um einen schnellen Informationsaustausch zu gewährleisten.

Auch politisch wächst die Sorge über die humanitären und sozialen Folgen der Spannungen. Politiker fordern Zurückhaltung und Lösungen, die eine Verschärfung der Lage verhindern. Die wirtschaftliche und soziale Krise in Venezuela sei bereits gravierend.

Clavijo hob die historische und kulturelle Verbindung zwischen den Kanaren und Venezuela hervor. Diese Beziehung erfordere besondere Sensibilität im Umgang mit der aktuellen Situation. Die Regierung werde weiterhin mit den kanarischen Migranten-Gruppen in Kontakt bleiben und auf mögliche Bedürfnisse reagieren, versprach der Präsident.

Menschen auf den Kanaren, die Familie und Freunde in Venezuela haben, versprach Clavijo, für kontinuierliche und vor allem korrekte Informationen zu sorgen. Auch werde diplomatisch alles dafür getan, die Interessen und Sicherheit der kanarischen Bürger in Venezuela zu schützen.

Warum haben die USA Venezuela angegriffen?

Am 3. Januar führten die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump eine großangelegte Militäroperation gegen Venezuela durch. Die Operation trug den Codenamen „Absolute Resolve“. Sie beinhaltete Luftangriffe auf Ziele in Nordvenezuela, einschließlich der Hauptstadt Caracas.

Zudem wurden der Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores festgenommen. Offiziell begründen die USA den Angriff mit der Bekämpfung des Drogenhandels und einem Regimewechsel für politische Stabilität. Inoffiziell wird den Vereinigten Staaten vorgeworfen, sich der großen venezolanischen Ölvorkommen bedienen zu wollen. Zudem gab Trump gab an, durch die Operation die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wieder hergestellt zu haben.


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Über den Autor

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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