Norwegian: 1200 Arbeitsplätze in Spanien entfallen – Kanaren-Stützpunkte schließen


Rund 1200 Arbeitsplätze allein in Spanien will Norwegian abbauen. Drei der fünf Airline-Stützpunkte werden geschlossen. Die Kanarischen Inseln sind gleich doppelt betroffen.

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Als angeschlagen gilt der skandinavische Billigflieger Norwegian schon lange. Die Corona-Pandemie hat der Airline nun den Rest gegeben. Allein in Spanien entfallen 1191 Arbeitsplätze. Das teilte das Unternehmen nun mit. Die Stützpunkte auf Teneriffa und Gran Canaria werden endgültig geschlossen.

Dennoch bekräftigt die Geschäftsführung ihre Pläne, in Spanien präsent zu bleiben. Neben den skandinavischen Ländern wolle man auch dort den Betrieb aufrecht erhalten.

Dies muss jedoch mit deutlich geringeren Bemühungen geschehen. Denn nachdem die knapp 1200 Arbeitsplätze abgebaut sind, verbleiben ersten Rechnungen zufolge lediglich 215 Mitarbeitende in Spanien – einschließlich Piloten und Besatzungsmitgliedern.

Norwegian seit Jahren in Schieflage – Kanaren längst auf der Streichliste

Grund für den Kahlschlag ist die weiter angespannte finanzielle Lage der Airline. Bereits 2018 war die Aktie in Schwierigkeiten geraten. Im April desselben Jahres erreichte sie ihren zwischenzeitlichen Tiefststand. Anfang 2019 folgte dann die Ankündigung, sechs internationale Basen schließen zu wollen, darunter auch die auf den Flughäfen Teneriffa-Süd und Gran Canaria.

Nun steht fest, dass rund 85 Prozent der spanischen Beschäftigten gehen müssen. Denn auch der Stützpunkt in Barcelona wird geschlossen. Die verbleibenden Mitarbeitenden werden in Alicante und Málaga benötigt, wo zunächst eins und perspektivisch jeweils drei Flugzeuge verbleiben sollen. Die finale Zahl der Arbeitsplätze könne noch abweichen, hieß es. Die Gewerkschaft USO kündigte an, um jeden einzelnen davon kämpfen zu wollen.

Norwegian gibt Bekenntnis zu Spanien aus

Doch von einer schnellen Besserung geht das Unternehmen selbst nicht aus. Schließlich sollen von den 2019 noch 156 Flugzeugen mit nur noch 50 weniger als ein Drittel in der Flotte verbleiben. Von der Langstrecke, für die bisher 37 Maschinen zur Verfügung standen, verabschiedet sich Norwegian gänzlich und auf der Kurzstrecke gibt es eine deutliche Verkleinerung des Angebots.

Immerhin sei geplant, bis 2022 wieder auf 70 Flugzeuge aufzustocken. Doch das hängt stark davon ab, wann die derzeit drastisch eingebrochene Nachfrage wieder steigt.

Immerhin im skandinavischen Heimatmarkt wolle man wachsen. In Dänemark und Finnland sei bereits der Rekrutierungsprozess für Piloten gestartet worden, hieß es. Und auch das Engagement in Spanien wurde erneut betont. Man wollte die dauerhafte Präsenz in dem Markt aufrecht erhalten – und das, obwohl sich „das Unternehmen von allen anderen Märkten außer den skandinavischen zurückgezogen hat“, hieß es aus der Konzernzentrale.

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Über den Autor

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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