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Pottwal strandet nach Militär-Manöver auf den Kanaren


Auf La Palma ist ein toter Wal gestrandet. Kurz zuvor hatte es ein Militär-Manöver gegeben. Wissenschafter hatten davor gewarnt. Ob ein Zusammenhang besteht, soll eine Obduktion zeigen.

Von Juan Martín Lesedauer: 2 Minuten

Das Bild wirkt wie eine Warnung zum Tag der biologischen Vielfalt. Denn nur wenige Stunden vor diesem Datum strandete auf den Kanarischen Inseln ein rund acht Meter langer Pottwal. Nur kurz zuvor waren in den Gewässern der Kanarischen Inseln Militär-Übungen durchgeführt worden. Forscher hatten eindringlich davor gewarnt.

Ob ein Zusammenhang zwischen der Militär-Übung und dem Tod des Wals besteht, soll eine Obduktion klären. Bei der Übung der spanischen Marine waren vier Tage lang Raketen getestet und Taktiken geübt worden.

Das Manöver war zu Teilen in Gewässern angekündigt worden, die eigentlich als Schutzzone deklariert wurden. Entsprechend hatten Experten eindringlich um eine Verlegung gebeten. Das Militär war dem Druck schließlich gefolgt und hatte die Übung zumindest um einige Seemeilen verlegt. Dennoch fand das Manäver nah genug am Archipel statt, dass es als Grund für die Strandung nicht ausgeschlossen werden kann.

Obduktion soll Pottwal-Strandung vor den Kanaren erklären

Mit der Aufklärung der Todesursache wurden die Veterinäre der Universität Las Palmas de Gran Canaria beauftragt. Sie wird zeigen, was tatsächlich zum Verenden des Tieres geführt hatte. Denn auch Fähren, die zwischen den Inseln verkehren, sorgen immer wieder für Strandungen. Auch eine Krankheit oder ein natürlicher Tod kann bis zum Ergebnis der Autopsie nicht ausgeschlossen werden.

Entdeckt wurde der Pottwal am Sontag am Strand von Los Nogales in der Gemeinde Puntallana. Das Tier misst eine Länge von rund acht Metern. Es ist eine typische Größe für ausgewachsene Tiere, die in den Gewässern der Kanarischen Inseln gesichtet werden.

Beim Fund wies der Wal einige ältere Narben und mehrere Verfärbungen auf. Diese können bei der Strandung entstanden sein oder mit der Todesursache zusammenhängen.

Militär-Sonar kann für Schnabelwale tödlich sein

Die 2004 eingerichtete Schutzzone vor den Kanaren war das Ergebnis langer Beschwerden. Ein Team um den Wissenschaftler Antonio Fernández, Leiter des Forschungsinstituts für Gesundheit von Land- und Wassertieren sowie Lebensmittelsicherheit (IUSA) der Universität Las Palmas de Gran Canaria, hatte lange Zeit gegen Übungen dieser Art vor den Kanarischen Inseln gekämpft.

Auslöser für den Protest waren mehrere Strandungen von Schnabelwalen im Jahr 2002, die in Folge einer Militär-Übung auf hoher See ausgelöst wurden. Damals testete die Marine ihr Sonar, was insbesondere Schnabelwalen so stark zusetzt, dass sie daran verenden können.

Wale lieben die Gewässer der Kanarischen Inseln. Die schnell tief abfallenden Küsten bieten den Meeressäugern einen optimalen Lebensraum und gute Futter-Quellen – beispielsweise durch Riesen-Kalmare.

Zudem passieren viele andere Wale die Kanaren auf ihrer Reise durch die Ozeane. 28 Wal-Arten sind bereits vor den Kanarischen Inseln gesichtet worden. Mehr dazu erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag zum Whale Watching vor den Kanaren.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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