Am Flughafen César Manrique auf Lanzarote nimmt ein vermeintlich normaler Flugtag eine überraschende Wendung: Obwohl ihr Gepäck bereits im Frachtraum verstaut war, verpassen 89 Urlauber ihren Rückflug mit Ryanair.
Die Reisenden waren kurz vor ihrem Rückflug ins britische Bristol. Doch sie standen noch im überlasteten Kontrollbereich für Gäste aus Nicht-Schengen-Staaten und hatten keine Chance, rechtzeitig zum Gate zu gelangen.
Die Verzögerungen an der Passkontrolle wurden von der Airline als so gravierend eingestuft, dass das Bodenpersonal schließlich das Gepäck wieder aus dem Flugzeug entfernen musste. Denn die Maschine hob wenig später ohne die 89 Wartenden ab.
Ryanair lässt wartende Passagiere auf Lanzarote zurück
Die Maschine ist somit nur rund zur Hälfte gefüllt. Sie erreicht Bristol mit 52 Minuten Verspätung. Wie lange die gestrandeten Reisenden auf Lanzarote ausharren müssen, bleibt zunächst unklar.
Szenen wie diese sind auch auf Teneriffa kein Einzelfall. Dort kommt es immer wieder zu langen Wartezeiten aufgrund zu weniger Passkontroll-Automaten und fehlenden Personals. Nach Angaben der britischen „Sun“ sei die Situation auch auf Lanzarote kein Einzelfall. Bereits im vergangenen Jahr sei es durch die gleichzeitige Ankunft von 17 Nicht-EU-Flügen zu chaotischen Szenen gekommen, da jeder einzelne Pass gestempelt werden musste. Die Warteschlangen seien damals stundenlang nicht abgebaut worden.
Auf den Kanaren warnen zunehmend mehr lokale Wirtschaftsvertreter vor Imageproblemen. Der Kanaren-Tourismus ist immer wieder mit Zusammenbrüchen an den Kontrollen der größeren Flughäfen konfrontiert.
Das sogenannte Entry-Exit-System soll biometrische Daten wie Gesichtsaufnahmen und Fingerabdrücke digital erfassen. Die bisherige manuelle Passstempelung entfällt. Doch bei Ausfällen muss kurzfristig wieder auf manuelles Vorgehen geschwenkt werden, dann im Regelfall mit zu wenig Personal. Zuletzt geschah das auf Teneriffa wiederholt.
Abfertigung nicht nur auf Kanaren-Flügen überfordert
Auch abseits der Flughäfen zeigt sich, wie schnell Zeit zum Risiko werden kann: Vor Madeira kürzt ein deutsches Kreuzfahrtschiff aufgrund starker Winde seinen Aufenthalt. Obwohl die Crew mehrmals versucht, alle Gäste zu erreichen, bleiben zwei Personen an Land zurück. Die Reederei Aida Cruises kümmerte sich nach eigenen Angaben um die Weiterreise der Gäste.
Während Europa mit moderner Grenztechnik neue Standards setzen möchte, zeigen die Szenen an den Kanaren-Flughäfen aktuell, dass die Systeme in der Praxis noch nicht reibungslos und verlässlich funktionieren.
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