Rosin weltweit: So wird das Volcanic Islands auf Teneriffa gerettet

Nur schwer genießbares Essen, ein Generationenkonflikt, Schulden und ein chronisch leerer Gastraum: Das „Volcanic Islands“ auf Teneriffa ist der Inbegriff für nachhaltige gastronomische Erfolglosigkeit. Ganz kurz, bevor Familie Gückel endgültig aus Ihrem Traum von der Selbständigkeit in der Sonne herausgerissen wird, landet Frank Rosin auf Teneriffa – und soll den Laden, vor allem aber die Familie umkrempeln. Ein Härtetest für den Sternekoch.

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Worüber sich Frank Rosin im „Volcanic Islands“ auf Teneriffa am meisten ärgert? „Dass ihr das Lebenswerk eurer Eltern dazu nutzt, eure Inkompetenz zu finanzieren.“ Und diese schonungslose Kritik sitzt. Sven und sein jüngerer Bruder Jens haben das Restaurant im kleinen Ort Golf del Sur von ihren Eltern übernommen – und es in kurzer Zeit heruntergewirtschaftet.

Dabei ist Familie Gückel eigentlich gut aufgestellt. In vielen Krisen-Restaurants scheitert es schon an den Grundlagen, wie einer sauberen Bilanz oder einer klaren Aufgabenverteilung. Nicht so bei den Gückels: Die Bücher sind mustergültig geführt. Außerdem haben die Protagonisten eigene Aufgaben. So ist Sven Chefkoch und Geschäftsführer, Jens kümmert sich um den Service und Mutter Christel hält der Familie als Hausfrau den Rücken frei. Doch woran hakt es dann?


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Teil des Problems ist das Familienoberhaupt selbst. Denn während Sven Gückel in seiner Funktion als Geschäftsführer und Chefkoch eigentlich das Sagen haben sollte, zieht Vater Bernd im Hintergrund heimlich die Strippen. Und das sorgt für Frust beim eigentlichen Chef: „Wenn’s funktioniert, sind alle drei der Chef. Wenn es nicht funktioniert, bin ich der einzige Schuldige“, erklärt Sven die Situation. Doch Vater Bernd als unbelehrbaren Querulanten hinzustellen, wäre falsch. Immerhin muss er das Restaurant jedes Jahr mit seiner Rente retten. Und viele der geäußerten Kritikpunkte treffen zu.

„Wir sind zu dämlich“

Ein erstes Problem liegt also auf der Hand. Und auch das zweite Problem, die Finanzen, ist längst identifiziert. Das jüngste Familienmitglied, Jens Gückel, bringt es auf den Punkt: „Obwohl wir es jedes Jahr immer wieder sehen, sind wir zu dämlich, die finanziellen Rücklagen für den Sommer über die Wintermonate aufzubauen.“ Dabei hat auch der erfahrene Vater einen amtlichen Fehler gemacht: Im Vorjahr wurden die Steuer-Abgaben in der Bilanzierung vergessen und trafen die Familie entsprechend hart.


>>> Hier erfahren Sie, wie es im „Volcanic Islands“ heute läuft <<<


Doch wie konnte es für die Gückels überhaupt so weit kommen? Auf Teneriffa gelandet ist die Familie wie so viele Auswanderer: nur durch Zufall. Christel Gückel gewann im Jahr 1996 eine Reise auf die Kanareninsel. Das Glück hatte allerdings einen Haken: Um die Reise antreten zu können, musste eine Timeshare-Wohnung dazugekauft werden. Unkompliziert, wie die Gückels nunmal sind, verkauften sie kurzerhand ihr Restaurant in Sachsen und wanderten aus. Auf Teneriffa schlugen sie sich zunächst mit Aushilfs-Jobs in der Gastronomie durch. Dann legten sie eine vermeintlich blitzsaubere Bilderbuchkarriere hin: vom Tellerwäscher zum Restaurantbesitzer.

Im Jahr 2011 übernahm die Familie schließlich das „Volcanic Islands“. Doch die Gäste blieben mehr und mehr aus. Besonders in den Sommermonaten herrschte gähnende Leere im Gastraum des Restaurants. Was aber noch schwerer wiegt als die chronisch klamme Kasse des Restaurants, ist der Zwist, der sich tief durch die Familie zieht. Sohn Sven wohnt mit seiner Frau bei den Eltern. Mutter Christel und ihre Schwiegertochter haben sich aber fern von Vorwürfen wenig zu sagen. Und für eine eigene Wohnung reicht das Geld nicht.


>>> Rezepte für die in der Sendung genannten typisch kanarischen „Mojos“ gibt’s hier <<<


Außerdem hat das Restaurant eine schlechte Lage: Viele Stellen in dem kleinen Ort Golf del Sur laden zum Flanieren und Verweilen ein. Nicht so die Calle Galvan Bello, an der das Restaurant der Gückels liegt. Eine verlassene Großbaustelle versperrt den Blick aufs Meer – allerdings schon seit Jahrzehnten. Gekauft haben die Gückels das Restaurant dennoch.

Frank Rosin auf Teneriffa: Hauptproblem Familienfrieden

Für Frank Rosin ist die Aufgabe im „Volcanic Islands“ auf Teneriffa klar: Um das Restaurant vor dem Aus zu retten, muss der Sternekoch zunächst den Familienfrieden wieder herstellen. Wichtig dafür: Die Zuständigkeiten ganz klar abstecken. Erst danach geht es ans obligatorische Koch-Coaching. Und natürlich müssen auch die Themen Werbung und Nachhaltigkeit einstudiert werden. Doch reicht die Zeit, um so viele Probleme auf einmal zu lösen?

„Rosin weltweit – andere Länder, andere Fritten“ wird am 27. September um 20.15 Uhr auf Kabel eins ausgestrahlt. Das „Volcanic Islands“ ist dabei Folge eins der zweiten Staffel. Und im Anschluss wird die Geschichte der Gückels im „K1 Magazin“ weiter erzählt. Ein Team hat das Restaurant fünf Monate nach Frank Rosins Coaching erneut besucht und zeigt, wie es inzwischen läuft.

Sie wollen wissen, wie es für die Gückels und das „Volcanic Islands“ ausgegangen ist? Das verraten wir Ihnen hier.

Sehen Sie jetzt:
Fotos: Frank Rosin krempelt das „Volcanic Islands“ auf Teneriffa um
Frank Rosin krempelt das

Übrigens: Frank Rosin war nicht das erste Mal in offizieller Mission auf Teneriffa unterwegs. Schon im Vorjahr gastierte der Sternekoch auf der Insel, um einem ins Wanken geratenen Restaurant Tipps zu geben. Mehr dazu gibt’s hier.

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Veröffentlicht in: Teneriffa, Aktuelle Nachrichten, Golf del Sur, Teneriffa Süd

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