Termiten breiten sich auf Teneriffa aus


Nicht nur Touristen erfreuen sich an den typischen Holz-Balkonen der Kanarischen Inseln. Seit rund einem Jahr breiten sich auf Teneriffa Termiten aus. Die Gelbfüßige Bodentermite (Reticulitermes flavipes) gilt als eine der gefräßigsten überhaupt. Allein in Tacoronte auf Teneriffa hat sie bereits mehr als 100 Häuser und inzwischen sogar einen Weinberg befallen.

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Erstmals waren die Termiten im Jahr 2017 in Tacoronte entdeckt worden. Dort haben die Schädlinge in der Zwischenzeit mehr als 100 Häuser angefressen. Von Tacoronte aus verbreitete sich die Gelbfüßige Bodentermite auch nach Los Cristianos und Valle de Guerra bei La Laguna.

Termiten verbreiten sich wohl über Pflanzen auf Teneriffa

Gelbfüßige Bodentermiten leben in Kolonien von 20.000 bis 5 Millionen Tieren. Durchschnittlich haben diese Termiten-Kolonien rund 300.000 Arbeiter. Sie ernähren sich von allen Materialien aus Zellulose, also Holz, Papier und Baumwolle. Aber auch Wurzeln von Bäumen und Sträuchern stehen auf dem Speiseplan. Genau damit haben sich die Tiere offenbar auch auf Teneriffa verbreitet. Aktuell gehen Experten davon aus, dass sie über Zierpflanzen aus Tacoronte auf der Insel verteilt wurden.

Heimisch ist die Gelbfüßige Bodentermite in Nordamerika. Entsprechend groß war die Verwunderung, als sie auf Teneriffa entdeckt wurde. Die Schädlingsbekämpfer hatten nach erfolglosen Versuchen, der Lage Herr zu werden, 2017 zunächst die Universität von La Laguna und ein französisches Labor einschalten müssen, um via DNA-Test zu ermitteln, um welche Art es sich handelte.

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Da sich die Reticulitermes flavipes im Freien unterirdisch verbreitet und innerhalb von Gebäuden Kabelkanäle und weitere nicht einsehbare Gänge bevölkert, ist sie oft nur schwer und spät zu erkennen. In Los Cristianos soll auf diese Weise inzwischen sogar zunächst unbemerkt ein ganzes Einkaufszentrum befallen worden sein.

Termitenkönigin legt mehrere Tausend Eier täglich

Experten vermuten, dass die Termiten auf dem Seeweg eingeschleppt wurden. Da die Überlebensinstinkte der Tiere sehr ausgeprägt sind, soll nun ein hochwirksames, dabei aber naturfreundliches Insektizid zum Einsatz kommen. Dieses wirkt nicht sofort, sondern deutlich verzögert, so dass die Termiten die Quelle des Gifts nicht mehr ausmachen können und nach der Verbreitung im gesamten Volk gleichzeitig absterben.

Die Königin eines Termitenvolks legt täglich mehrere Tausend Eier. Die Verbreitung steigt ohne Gegenmaßnahmen entsprechend schnell. Sollten Spuren von Termitenbefall entdeckt werden, ist schnellstmöglich die jeweils zuständige Stadtverwaltung zu konsultieren. Als typische Anzeichen gelten beispielsweise wurzelartig verlaufende Gänge in oder hinter Holzverkleidungen.

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