Wasserknappheit in Vilaflor und Icod de los Vinos

Teneriffa ächzt unter dem sehr trockenen Sommer. Im Süden sperrt die erste Stadt bereits jede Nacht die Wasserversorgung. Doch auch im regenreicheren Norden gibt es Engpässe. Eine kurzfristige Lösung ist nicht in Sicht.

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Vilaflor ist bekannt für sein Wasser. Während jeden Tag Hunderte Flaschen die Abfüllanlage verlassen, sitzen Anwohner und Hotel-Gäste nachts auf dem Trockenen. Zwischen 23 und 6 Uhr wird die Wasserversorgung regelmäßig gekappt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Laut Vilaflors zuständigem Stadtrat Luciano Marrero soll der Status quo bis zu den ersten Herbstregenfällen im Oktober bestehen bleiben, „es sei denn, es regnet im August“. Dies jedoch ist nach bisherigem Verlauf des Sommers und ersten Prognosen für die kommenden Wochen eher unwahrscheinlich.

Zwar habe Vilaflor größere Wasserreserven, diese seien jedoch in privater Hand, heißt es aus dem Rathaus. Somit wird Vilaflor auch weiterhin Wasser auf die gesamte Insel liefern, die eigenen Haushalte, Hotels und Restaurants müssen unterdessen jedoch weiter mit regelmäßigen Sperrungen rechnen.

Entsalztes Meerwasser ist für Vilaflor keine Option, der Ort ist schließlich der höchstgelegene Teneriffas. Allenfalls die Hotels in Küstennähe könnten darauf umgerüstet werden und der Stadt somit mehr Anteile des eigenen Wassers erhalten bleiben. Das jedoch bedeutet große Umbaumaßnahmen des südlichen Wassernetzes, die nicht binnen weniger Monate entschieden und umgesetzt werden können.

Wasserknappheit auf Teneriffa – politische Posse ohne Lösungen

Ähnliche Probleme gibt es auch im deutlich wasserreicheren Norden Teneriffas: Icod de los Vinos, bekannt für den Drago Milenario, den großen Drachenbaum, hat ebenfalls Probleme mit der Wasserversorgung: Allein im Juni kam es in 17 Nächten zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens zu Wassersperrungen.

Innerhalb der lokalen, vor allem aber der Inselverwaltung, wird zwar über Lösungen diskutiert, doch das Thema Wasserversorgung wird insbesondere zu parteipolitischen Diskussionen genutzt. So schieben sich Regierungspartei, Opposition, Bürgermeister und lokale Verbände gegenseitig die Schuld zu – ohne konkrete und schnell umsetzbare Lösungen zu präsentieren.

Anwohner und Gäste werden somit weitere Monate unter der Wasserknappheit leiden. Denn ein Ende der Sperrungen ist zumindest in Vilaflor vermutlich erst im Herbst in Sicht. Und dass bis zum nächsten Sommer aus den Diskussionen konkrete Pläne hervorgehen, darf zumindest bezweifelt werden. Sicher ist nur, dass Vilaflors Wasser bis dahin Tag für Tag in die anderen Städte Teneriffas geliefert wird. In Flaschen und Kanistern.

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