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Freitag, 28. August 2026
Teide

Riesige Magma-Kammer unter Teneriffa nahe dem Teide entdeckt (mit Video)

Teneriffas Untergrund ist dreidimensional kartiert worden. Unter dem Pico Viejo, einem Neben-Vulkan des Teide, sammelt sich Magma. Genau dort bebt die Insel seit zehn Jahren häufiger. Das sagt die Wissenschaft.
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  • Forscher des Involcan haben unter dem Pico Viejo auf Teneriffa eine große Magmakammer in zehn bis 30 Kilometern Tiefe entdeckt.
  • Für das erste dreidimensionale Bild der tiefen Struktur werteten die Wissenschaftler 785 weit entfernte Erdbeben aus den Jahren 2017 bis 2024 aus.
  • Die Lage der Kammer deckt sich mit dem Gebiet, in dem die Messnetze seit zehn Jahren vermehrt Erdbeben registrieren.
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Forscher des Vulkanologischen Instituts der Kanaren (Involcan) haben unter dem Pico Viejo eine gigantische Magmakammer entdeckt. Diese Vorkommen flüssigen Gesteins liegen demnach im Nordwesten Teneriffas in zehn bis 30 Kilometern Tiefe. Das Involcan veröffentlichte die Ergebnisse am Freitag als Studie in der Fachzeitschrift «Scientific Reports».

Für das Modell werteten die Wissenschaftler mehr als 785 weit entfernte Erdbeben aus, die das kanarische Erdbebennetz zwischen 2017 und 2024 auf der Insel aufzeichnete. Geleitet hat die Arbeit Víctor Ortega-Ramos, Forscher am Involcan und Doktorand der Universität Complutense in Madrid.

Aus den Daten entstand per Tomografie das erste dreidimensionale Bild der tiefen Struktur Teneriffas. «Jetzt haben wir eine andere Technik verwendet, bei der wir sehr weit entfernte Erdbeben analysieren können, um zu erfahren, was in größerer Tiefe liegt», sagte Luca D’Auria, Direktor des Bereichs Vulkanüberwachung des Involcan. Ein Video zeigt die modellhafte Magma-Kammer unter Teneriffa:

Vermehrte Erdbeben unter Teneriffa und dem Teide

Unterhalb einer rund zehn Kilometer dicken Kruste stießen die Forscher auf vier große Anomalien. Sie befinden sich im Mittel in 15 Kilometern Tiefe. Die Hauptanomalie liegt im Westen der Kanaren-Insel. In den Bereichen mit den niedrigsten Geschwindigkeiten schätzt das Modell den Anteil geschmolzenen Materials auf bis zu 79 Gewichtsprozent. Ob es sich um eine einzige Kammer oder um mehrere miteinander verbundene Magmataschen handelt, ist bisher nicht geklärt. Dafür gibt es ein Modell, wie das Vorkommen aussieht.



Die Lage des Magma-Reservoirs deckt sich mit dem Gebiet, in dem die Messnetze der Kanarischen Inseln in den vergangenen zehn Jahren vermehrt Erdbeben registriert haben. Ein bedeutender Teil dieser Beben konzentriert sich nach Involcan-Angaben oberhalb oder am Rand der Magma-Hauptzone.

Das Institut bringt sie mit der Ansammlung und Weitergabe von Magma sowie mit der Wanderung von Gasen und magmatischen Fluiden in oberflächennähere Bereiche in Verbindung. Das bedeutet: Gase und Flüssigkeiten scheinen sehr langsam aufzusteigen.

Im August zählte das Nationale Geografische Institut binnen kurzer Zeit 700 kleine Erdbeben am Teide. IGN-Chef Itahiza Domínguez sagte damals, es sei denkbar, dass sich eine Magmakammer in rund zehn Kilometern Tiefe fülle.

Die niedrigen seismischen Geschwindigkeiten deuten die Forscher als Zonen erhöhter Temperatur und möglicher Veränderungen der Gesteinszusammensetzung. Dahinter kann Magma aus dem oberen Erdmantel stecken, das sich an der Krustenunterseite sammelt. Dieser Vorgang wird in der Geologie als «magmatisches Underplating» bezeichnet.

«Es gibt auch andere kleinere Magmataschen in der Umgebung, aber wir haben uns noch nicht auf sie konzentriert», sagte D’Auria. Das nun veröffentlichte Modell gilt als Meilenstein im Verständnis der Region unter Teneriffa und dem Teide. Die nächsten Untersuchungen sollen schnell erfolgen und Geometrie, Ausdehnung sowie die Verbindung der tiefen Zonen untereinander genauer bestimmen. Dafür plant das Involcan, sein seismisches Netz jetzt schnell auszubauen.

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