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Größtes Kokain-Labor Europas ausgehoben – zwei Festnahmen auf den Kanaren


Die Polizei hat in einer internationalen Aktion ein Kokain-Labor ausgehoben und die Hinterleute festgenommen. Zwei Personen gingen auf den Kanaren ins Netz.

Von Juan Martín Lesedauer: 2 Minuten

Die Polizei spricht von Europas größtem Kokain-Labor dieser Art. Hochgenommen wurde es von Beamten auf dem spanischen Festland. Der Drogenring erstreckt sich bis auf die Kanaren, wo es ebenfalls zu Festnahmen kam.

Die spanische Nationalpolizei nahm zusammen mit der portugiesischen Kriminalpolizei in Pontevedra das größte Labor für die Verarbeitung von Kokainbasispaste in Europa hoch. In der Drogenküche wurden täglich 200 Kilo der Droge für den Konsum weiterverarbeitet.

Bei dieser koordinierten und länderübergreifenden Aktion konnten 18 Personen festgenommen werden, zwei davon in Las Palmas de Gran Canaria.

Sie alle gehörten zu einem Drogenring, der aus Mexiko und Kolumbien gesteuert wurde. Der Umschlagplatz war dabei ein Haus in der galizischen Gemeinde Cerdedo-Cotobade bei Pontevedra. In dem Labor wurde aus der Basispaste fertiges Kokainhydrochlorid hergestellt.

Nach Festnahmen auch auf den Kanaren: So entsteht Kokain

Die nur in den südamerikanischen Anden vorkommenden E. coca und E. novogranatense enthalten neben einem Dutzend anderer Alkaloide 0,5 bis 1,1 Prozent Kokain. Ihr Blatt wird traditionell in der Sonne getrocknete und dann gekaut oder als Tee getrunken. Die Wirkung gilt als leicht stimulierend. Nur ein Bruchteil des Wirkstoffs gelangt auf diesem Weg in die Blutbahn.

Zur Gewinnung der Kokapaste, die auch pasta basica genannt wird, werden die getrockneten Kokablätter in Wasser und Schwefelsäure aufgeweicht. Dann wird alles zu einer breiigen Masse zerstampft. Unter Zuhilfenahme von Kerosin, Kalk, Natriumcarbonat und anderen lösenden Substanzen wird schließlich Kokapaste gewonnen und anschließend getrocknet.

Aus einem Zentner Koka lässt sich auf diese Weise rund ein Kilo der Paste gewinnen. In Lateinamerika wird die Paste geraucht. Dies gilt als großes gesellschaftliches und medizinisches Problem. Denn das Suchtpotential gilt als hoch, zudem kann es zu psychischen Schäden und Begleitkriminalität kommen.

Aus der Kokapaste kann durch die Verarbeitung mit Äther oder Aceton, Ammoniak und Pottasche eine Kokainbase (“pasta lavada”) hergestellt werden. Aus einem Kilo dieser Paste kann dann bis zu einem halben Kilo Base gewonnen werden. Mit Salzsäure und Äther lassen sich schließlich bis zu 400 Gramm Kokainhydrochlorid herstellen. Koks wird geschnupft und die Wirkstoffe gelangen über die Nasenschleimhäute in den Blutkreislauf.

Polizei spricht von größtem Labor für Kokain-Paste in Europa

Um gegen die Gewinnung vorzugehen habe man eine “äußerst wichtige” Operation durchgeführt, wie Antonio Duarte, Hauptkommissar der zentralen Rauschgiftbrigade, erklärte. Sie habe zur größten Beschlagnahmung von Kokainpaste in Europa geführt.

In Summe seien 1300 Kilogramm sichergestellt worden. Dies stelle die größte Menge Kokain dar, die außerhalb der sonst üblichen Produktionsgebiete gefunden wurde, hieß es weiter.

Besonders sei, dass das Labor in Pontevedra nicht von einem bekannten galicischen Drohen-Clan betrieben worden sei, sondern von den Kanaren, aus Mexiko und Kolumbien.

Die 18 festgenommenen Personen seien bereits Polizeibekannt gewesen. Sie müssen sich nun wegen Drogenhandels vor verschiedenen Gerichten verantworten.


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Juan Martín ist redaktioneller Mitarbeiter von Teneriffa News. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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