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Jeder vierte junge Kanario will rechte Partei wählen

Die Kanaren erleben einen Rechtsruck unter jungen Wahlberechtigten. 25 Prozent geben an, bei der nächsten Parlamentswahl rechte Parteien zu unterstützen.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Einer von vier jungen Wahlberechtigten möchte bei der nächsten Parlamentswahl rechte Parteien unterstützen. Das geht aus Daten des Sozialforschungsinstituts „Opina 360“ und dem Zentrum für soziologische Forschung CIS hervor.

Demnach geben die Unter-29-Jährigen auf den Kanarischen Inseln an, entweder Vox oder SALF wählen zu wollen. Beide Parteien gelten als rechtspopulistisch und autoritär.

Bei den Meinungsumfragen wurde die Frage „Welche Partei würden Sie bei der nächsten Parlamentswahl unterstützen“, in der jungen Zielgruppe in Summe mit etwa 25 Prozent entsprechend beantwortet. Was die Meinungsforscher außerdem herausfanden:

Mehr junge Kanarios würden rechts wählen

Vox und SALF haben ein ähnliches Profil, berichten die Meinungsforscher. Sollte die kleine SALF-Partei bei der kommenden Wahl nicht antreten, rechnen die Wahlforscher damit, dass die Wähler auf Vox ausweichen, heißt es.

Auch an der Universität von La Laguna (ULL) auf Teneriffa wird dieser Trend bestätigt. Dort sehen die Wissenschaftler die Kanaren beim Trend, dass unter jungen Wählern autoritäre Parteien Zuspruch erhalten, sogar landesweit auf Rang zwei hinter Kastilien-La Mancha und vor Asturien.

Als Gründe sehen die Forschenden unter anderem einen Kurs der Kontinuität bei etablierten Parteien. Junge Wähler würden Veränderung fordern. Populistische Parteien würden den Anschein ausstrahlen, genau das zu bieten, heißt es. Das ziehe junge Wähler an.

Laut Daten würde jeder dritte junge Mann rechte Parteien wählen, während es bei Frauen 17,4 Prozent seien. Der Grund liege auch in einem Bildungssystem, das den Feminismus stärken wolle. „Es gab einen Bumerang-Effekt. Die Schulen haben sich bemüht, jungen Menschen Werte der Gleichberechtigung beizubringen und genau das Gegenteil erreicht“, sagt Saturnino Martínez von der ULL Prensa Iberica.

Kanaren: Soziale Medien verstärken Lug und Extremismus

Schon zur Franco-Zeit sei absehbar gewesen, wie junge Menschen, die zum Katholizismus gedrängt werden sollten, andere Wege einschlugen. Dies wiederhole sich nun in gewisser Weise. Junge Wähler würden Tendenzen aufweisen, das Gegenteil von dem zu tun, was Autoritäten ihnen vorschlagen, heißt es.

Dennoch gebe es weitere Probleme. So würden die Inseln zahlreiche Nationalitäten und Kulturen anziehen. Martínez berichtet unter anderem von „einer deutschen Bevölkerungsgruppe, die sich nicht um Integration bemüht“, sondern oft unter sich bleibe. Auch das würden junge Einheimische ablehnen. Der Forscher sagt dazu: Es handle sich bei jungen Kanarios mit extremen Ansichten nicht um Angst vor dem Fremden, sondern um „reinen Rassismus“.

Ein Treiber seien soziale Medien. Dort würden extreme Ansichten verbreitet und „der Hass auf das Andersartige geschürt“. Der Forscher berichtet von einem weit verbreiteten Irrtum: Meinungsfreiheit werde mit der Möglichkeit verwechselt, ohne Konsequenzen Lügen zu verbreiten. Das fördere den aktuellen Trend zu extremen Positionen und den Zulauf für entsprechende Parteien. Insbesondere bei Dauer-Nutzern sozialer Medien. Und das seien hauptsächlich junge Menschen.


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Über den Autor

Jeder vierte junge Kanario will rechte Partei wählen

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Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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