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Teneriffas umstrittenes Teide-Gesetz: Was sich wirklich ändern soll

Viel ist über den neuen Teide-Masterplan diskutiert worden. Doch was soll nun auf Teneriffa wirklich verändert werden? Wir haben es uns angesehen:

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 3 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Der über 20 Jahre alte Teide-Masterplan soll überarbeitet werden: Künftig ist der Zugang mit dem Auto zu Stoßzeiten stark beschränkt, stattdessen sollen Shuttle-Busse zum Einsatz kommen.
  • Mountainbikes werden auf ausgewählten Wegen zugelassen, Sportveranstaltungen grundsätzlich verboten, aber Einzelgenehmigungen möglich – Wissenschaftler kritisieren die Lockerungen.
  • Weitere Regelungen betreffen die Reduzierung der Bienenstöcke von 2709 auf 1472, die geplante Ausrottung der Mufflons und strengere Höhlenzugangsbeschränkungen.

Mehr als 20 Jahre ist der aktuelle Teide-Masterplan in Kraft. Das Dokument regelt den Natur- und Umweltschutz sowie die Besuche und Genehmigungen, beispielsweise für Filmdrehs. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Nutzung des Teide-Nationalparks massiv verändert. Und so soll auch das „PRUG“ genannte Dokument umgeschrieben werden.

Die deutlichste Veränderung legt eine Beschränkung für den Zugang mit dem Auto fest. Das wiederum sorgt für Lockerungen an anderen Stellen. Und mit denen zeigt sich die Wissenschaft überhaupt nicht zufrieden. Mehrere Einrichtungen, darunter auch die Universität von La Laguna auf Teneriffa (ULL), weisen den Entwurf entsprechend zurück.

Einer der Wege, den Zugang zu beschränken, sieht Kontrollpunkte vor. Auf diese Weise sollen nur noch angemeldete und begrenzte Besucher Zugang erhalten. Beispielsweise in den Dolomiten in Italien ist das gängige Praxis. Wird die Kapazitätsgrenze erreicht, bleibt der Park für weitere Besucher geschlossen. Doch dabei bleibt es nicht:

Neue Regeln für Teneriffas Teide

So soll der Zugang zum Park zu Stoßzeiten zwischen dem Vormittag und späten Mittag nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt werden. Dazu soll ein Teide-Shuttle-Bus installiert werden. So werden Besucher von den „Park and Ride“-Sammelstellen abgeholt und zu den Sehenswürdigkeiten gebracht.

Vor allem aber soll der Zugang quantitativ beschränkt werden. Seit 2002 wird das diskutiert, nun soll dieser Punkt umgesetzt werden. Konkrete Zahlen wurden zuletzt zwar genannt, sind im aktuellen Entwurf jedoch nicht mehr zu finden. Stattdessen wird auf eine Studie verwiesen, die zu einem späteren Zeitpunkt als die Zugangsbeschränkung durchgeführt werden soll.

Dürfen sich bisher täglich bis zu 150 Personen am Teide-Aussichtspunkt La Rambleta aufhalten, gilt das im aktuellen Entwurf für den Aussichtspunkt und alle angrenzenden Wege. Dafür dürfen künftig bis zu 50 Personen gleichzeitig auf dem Zugangsweg zum Gipfel wandern, was heute deutlich härter beschränkt ist.

Fahrradfahren und Events am Teide

Fahrradfahrer werden derzeit oft im Höhentrainingslager auf den Straßen des Teide gesehen. Im Gelände dagegen fast nie. 2002 wurde die Möglichkeit für eine spätere Erlaubnis festgelegt. Erteilt wurde sie nie.

Im aktuellen Entwurf ist das Fahrradfahren grundsätzlich nur auf asphaltierten Straßen erlaubt. Es sollen jedoch für einige Wege Ausnahmen geschaffen werden. Dann würden Mountainbikes auch zwischen Arico und El Viejo sowie auf dem Seitenweg nach Fasnia erlaubt. Außerdem sollen die Wanderwege Corral del Niño nach Montaña del Limón, der Weg an der Montaña del Alto und der Guamaso-Wanderweg freigegeben werden.

Bienenvölker werden am Teide reguliert

Sportveranstaltungen am Teide werden grundsätzlich verboten. Dann jedoch sollen Sondergenehmigungen für Einzel-Events ausgestellt werden. Diese müssen dann „mit den Zielen des Parks“ vereinbar sein. Eine Fahrrad-Durchfahrt wäre also beispielsweise mit etwas Phantasie denkbar, da das Rad als umweltschonend gilt. Ähnlich ist es mit dem jährlichen „Tenerife Bluetrail“-Lauf, der schon jetzt zum Teide führt.

Weitere Regularien besagen, dass die Anzahl der Bienenstöcke von 2709 sukzessive auf 1472 gesenkt wird, das Mufflon ausgerottet werden soll (mehr dazu am Textende) sowie das Erkunden der Höhlen nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein soll. Das Dokument ist noch nicht verabschiedet, gilt im aktuellen Entwurf jedoch als sehr nah an der künftigen Realität.


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Über den Autor

Teneriffas umstrittenes Teide-Gesetz: Was sich wirklich ändern soll

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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