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Kanaren-Migration nimmt zu – Männer von selbstgebautem Floß gerettet

Die Kanaren-Migration nimmt wieder zu. Zuletzt rettete die Küstenwache zwei Männer von einem aus Plastik-Kanistern selbstgebauten Floß.

Von Johannes Bornewasser – letzte Änderung: – Lesedauer: 2 Minuten – 0 Leserkommentare bei Teneriffa News

Das Wichtigste in Kürze:
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  • Zwei Männer wurden von einem selbstgebauten Floß aus Plastikkanistern vor El Hierro gerettet, nachdem ihrem Boot mit 242 Insassen der Treibstoff ausging.
  • Zwischen Oktober und November 2025 erreichten 1812 Migranten die Kanaren – etwa 40 pro Tag, deutlich mehr als im Sommer mit zwölf Ankünften täglich.
  • Trotz EU-Kooperationen mit westafrikanischen Ländern bereiten sich die Behörden auf weitere Ankünfte vor, wobei die Zahlen unter dem Rekordjahr 2024 mit 46.802 Migranten bleiben werden.
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Zwei Männer stehen sinnbildlich für die Lage vor den Kanaren: Auf einem aus Plastikkanistern selbstgebauten Floß versuchen sie die Kanarischen Inseln zu erreichen. Die Seenotrettung entdeckte die beiden Migranten rund 30 Meilen vor El Hierro.

Die beiden Männer stammen von einem Flüchtlingsboot mit 242 Insassen an Bord. Dem Boot ging der Treibstoff aus. Um nicht hilflos auf dem Atlantik zu treiben, bastelten die zwei Männer ein Floß, um Hilfe zu suchen. Die Retter von Salvamento Marítimo haben bereits vieles gesehen. Dieser Anblick war jedoch so ungewöhnlich, dass sie die Rettung im Bild festhielten.

Die offiziellen Daten des spanischen Innenministeriums zeigen, dass die Kanaren-Route eine Reaktivierung erfährt. Zwischen dem 1. Oktober und 15. November sind 1812 Menschen in 15 Booten auf den Kanarischen Inseln angekommen oder vor dem Archipel von der Seenotrettung aufgegriffen worden. Damit nimmt die Kanaren-Migration zum Jahresende hin wieder zu.

Herausforderungen der Kanaren-Migration weiter ungeklärt

Nach zuletzt starken Unwettern mit Wellen von mehr als drei Metern Höhe hat sich die See wieder leicht beruhigt. An vielen Stellen des afrikanischen Festlands warten Migranten und Flüchtlinge darauf, in See stechen zu können. Im Winter nimmt die Zahl der Migrationsversuche seit Jahren zu.

Die Daten des Innenministeriums zeigen einen Durchschnitt von 40 ankommenden Migranten pro Tag. Im Sommer lag der Wert bei gut zwölf Personen. Dennoch bleibt das laufende Jahr deutlich hinter dem Rekordjahr 2024 zurück, als mit 46.802 Ankünften der bislang höchste Wert gezählt wurde.

Auch wenn die aktuellen Zahlen deutlich hinter denen des Vorjahres zurückbleiben, zeigt sich die Überforderung der Kanarischen Inseln nicht nur durch politische Debatten über mehr Unterstützung aus Madrid. Geschlossene Heime für minderjährige Migranten aufgrund von Gewalt und schlechter Führung sowie überforderte Hilfskräfte an den Häfen der Inseln offenbaren das Dilemma.

Kanaren-Migration nimmt wieder zu

Noch im Januar wurden 4752 Migranten auf den Kanarischen Inseln gezählt. Während dem Frühjahr und Sommer nahmen die Zahlen merklich ab. Zwar zählten die Behörden nun wieder eine steigende Anzahl von Migrationsversuchen und ankommenden Menschen, dennoch zeigen die Daten, dass die Kooperationen mit westafrikanischen Ländern Wirkung zeigen.

Sowohl die EU als auch Spanien selbst schlossen Kooperationen, die die Fluchtgründe abbauen sollen. Dazu wurden Abkommen vereinbart, die dafür sorgen sollen, dass Boote bereits an den Küsten daran gehindert werden, überhaupt in See zu stechen. Zuletzt sorgte das für eine Verlagerung in Richtung der Balearen und dem spanischen Festland.

Auf den Kanaren bereiten sich die Behörden dennoch auf mehr Ankünfte bis zum Jahresende vor. Das Floß steht sinnbildlich für die Verzweiflung vieler Menschen in Afrika – und damit für die Menschen, die in den kommenden Wochen trotz der lebensgefährlichen Überfahrt über die gefährlichste Fluchtroute der Welt in Richtung des Archipels aufbrechen werden.


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Über den Autor

Kanaren-Migration nimmt zu – Männer von selbstgebautem Floß gerettet

wurde geschrieben von:

Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Gründer und Herausgeber der Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zum Autorenprofil von .

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