Migration: Von 34 Menschen erreicht nur einer die Kanaren lebend


In den Gewässern vor den Kanarischen Inseln hat sich erneut eine Tragödie abgespielt. Von 34 Menschen, die sich auf den Weg in Richtung der Kanarischen Inseln begeben haben, hat nur einer überlebt. Vier Leichen konnten geborgen werden.

Lesedauer: 2 Min.

Ein Handelsschiff setzte den Notruf ab. Am Samstag hatte die Besatzung 278 Kilometer südlich von Gran Canaria ein kleines Boot ausgemacht. An Bord seien Menschen, hieß es. Umgehend wurden ein Rettungshubschrauber und ein Rettungsboot losgeschickt.

Kurze Zeit später stand fest, dass sich auf dem Cayuco, wie die kleinen, hochseeuntauglichen Boote genannt werden, eine Tragödie abgespielt hatte.

Das Boot hatte neun Tage zuvor an der Saharaküste abgelegt. Der genaue Ort soll sich zwischen El Ayoun und Bojador befinden. 34 Menschen seien an Bord gewesen, hieß es. Alle Passagiere seien subsaharischer Herkunft gewesen und hätten versucht, auf der gefährlichsten Fluchtroute der Welt nach Europa zu gelangen.

Doch das Boot hatte die gefährliche Überfahrt nicht geschafft. Inzwischen steht fest, dass von den 34 Menschen an Bord nur einer überlebt hatte. Dabei handelt es sich um einen 27 Jahre alten Mann von der Elfenbeinküste.


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Handelsschiff rettet Flüchtling das Leben

Der Mann hat nur aufgrund des Notrufs überlebt. Der Hubschrauber flog den 27-Jährigen mit starker Unterkühlung und Anzeichen der Dehydrierung nach mehr als einer Woche auf hoher See direkt in eine Klinik.

Der Hubschrauber hatte das Boot mit einem Peilsender versehen, so dass die Seenotrettung es finden und nach Gran Canaria schleppen konnte. Dort traf es am Sonntagmittag ein. Vier Leichen konnten geborgen werden. Sie sollen nun für die Bestattung vorbereitet werden.

Tropensturm Hermine hat Migranten-Boot getroffen

Die Fluchtroute vom afrikanischen Kontinent auf die Kanarischen Inseln ist zugleich eine der beliebtesten und gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr sterben viele Hundert Menschen beim Versuch, auf diese Weise nach Europa zu gelangen.

Im aktuellen Fall hatte Tropensturm Hermine das Boot und die Menschen an Bord vor zusätzliche Probleme gestellt. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass die Dunkelziffer der Todesopfer aufgrund solcher Zwischenfälle, aber auch wegen der oft rauen See in dem Gebiet zwischen Afrika und den Kanaren, weitaus höher liegt. Demnach sollen jedes Jahr Tausende Menschen unbemerkt auf hoher See ertrinken.

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Johannes Bornewasser sw klein

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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