Siam-Park-Ableger auf Gran Canaria vor dem Aus?


Europas größter Wasserpark steht auf Teneriffa. Doch auf der Nachbarinsel Gran Canaria soll ein noch größeres Spaßbad entstehen. Seit drei Jahren kämpft der Investor um die finale Baugenehmigung. Inzwischen spricht die Betreiberfamilie offiziell von einem möglichen Ende des Projekts.

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Der Siam Park auf Teneriffa ist Europas größter Wasserpark. Rund 30 Attraktionen – von der Turborutsche bis zum Wellenbad – locken jährlich zehntausende Besucher an. Der Erfolg des Spaßbads hat die Betreiberfamilie um Wolfgang Kießling, Betreiber und Generaldirektor des Loro Parque, dazu bewogen, den Siam Park II auf Gran Canaria zu errichten.

Vor inzwischen drei Jahren erstand die Familie ein Grundstück im Süden der Insel, auf dem ein noch größerer Freizeitpark entstehen soll. Doch ebenso lang dauert inzwischen auch der Spießrutenlauf mit den Behörden. Zwar haben sowohl die Regionaldirektion als auch die Inselregierung längst grünes Licht gegeben, die Gemeinde San Bartolome de Tirajana hingegen schickt die Investoren immer wieder durch neue Formalitäten.

Siam Park soll rund 500.000 Touristen mobilisieren

Rund 500.000 Besucher mehr erhofft sich Gran Canaria pro Jahr allein durch die Werbewirkung des neuen Spaßbads. Entsprechende direkte und indirekte Einnahmen klingen verlockend. Im Gegenzug verlangen die Investoren freie Bahn bei Bau und Gestaltung.

Die Investorenfamilie wartet jedoch im Gegenteil selbst für Nebenbauten immer wieder auf Genehmigungen. So steht beispielsweise die Baugenehmigung, durch die der angrenzende Barranco kanalisiert werden soll, weiter aus. Seit acht Monaten warte man auf eine Rückmeldung zu dem Antrag. Ferner sehe man einen Zeitpunkt näher kommen, an dem man sagen müsse, „jetzt reicht’s“, sagte Kießling zuletzt auf Gran Canaria.

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Regierung von Gran Canaria will neues Spaßbad

Ob sich die Familie tatsächlich aus dem Projekt zurückziehen wird, darf unterdessen bezweifelt werden. Zu viel Geld ist bereits in Planung und Grundstück geflossen. Der Auftritt darf daher eher als Druckmittel gegen die Gemeinde verstanden werden, denn als ernstgemeinte Option. Nachdem der klassische Weg nicht funktionierte, wird nun die Öffentlichkeit mobilisiert.

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Und dieser Weg scheint zu funktionieren: Die Inselregierung bekräftigte nämlich erneut ihr Interesse. Auf 120.000 Quadratmetern soll immerhin das europaweit größte Projekt seiner Art entstehen. Neue Arbeitsplätze, direkte Einnahmen durch Steuern, indirekte Einnahmen durch mehr Tourismus und eben die Werbewirkung für die Insel erscheinen zumindest der übergeordneten Politik als äußerst lukrativ.

Kießling bleibt unterdessen kämpferisch: Vom Zeitpunkt der letzten Genehmigung an soll der Wasserpark binnen zwei Jahren seine Pforten öffnen können, hieß es bei dem Termin in Las Palmas offensiv. Nach allgemeiner Resignation klingt das nicht.

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