Spanischer Top-Virologe warnt vor Zusammentreffen von Influenza und Corona


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Wenn Corona genau zur Grippezeit eine neue Welle erlebt, könnte das spanische Gesundheitssystem einen Kollaps erleiden. Spaniens bekannter Virologe Amós García Rojas hat jetzt das Parlament aufgefordert, die Bemühungen für eine Impfkampagne deutlich zu verstärken.

Gegen Influenza gibt es in jedem Jahr einen Impfstoff. Bei Covid-19 wird zwar unter Hochdruck geforscht, der finale Durchbruch steht jedoch noch aus. Ebenso die Herstellung ausreichend vieler Impfdosen. Genau darin sieht Spaniens Top-Virologe Amós García Rojas eine große Gefahr – und zwar schon für diesen Herbst.

Eine „Grippesituation im Zusammenspiel mit der Pandemie“ sei eine große Gefahr, sagte der Virologe den Mitgliedern der Gesundheitskommission der regionalen Exekutive. Wenn beide Krankheiten zusammenfielen, könne es einen „großen Zusammenbruch“ des Gesundheitssystems geben, warnte García.

Dennoch sieht er eine zweite Corona-Welle als weniger intensiv an, da das Gesundheitssystem diesmal besser vorbereitet sei. Das Zusammenspiel beider Viren bleibe jedoch eine große Herausforderung.

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Aus diesem Grund forderte er die gesundheitspolitische Behörde auf, die Bemühungen rund um die nächste Influenza-Impfkampagne zu intensivieren. García erinnerte daran, dass bisher nur knapp mehr als die Hälfte (57 Prozent) der über 60-Jährigen gegen Influenza geimpft seien. „Es ist wichtig, die Abdeckung der Influenza-Impfung zu erhöhen“, sagte der Epidemiologe.

In der vergangenen Grippesaison waren allein auf den Kanarischen Inseln 32 Menschen an der Influenza gestorben. 650 Personen mussten dort in Krankenhäusern behandelt werden, 236 Grippefälle galten als besonders schwerwiegend. Im Jahr davor waren 1500 Krankenhauseinweisungen registriert worden. Davon galten 518 als schwerwiegende Fälle. In 125 Fällen wurde sogar eine Aufnahme auf eine Intensivstation angeordnet. Damals kamen 68 Menschen ums Leben. 82 Prozent der Erkrankten waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht gegen Grippe geimpft.

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Garcia erinnerte auch daran, dass es Gesellschaftsschichten gebe, „die Schwierigkeiten haben, Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem zu erhalten“. Darauf müsse sozialpolitisch geachtet und entsprechend gehandelt werden.

Spaniens Top-Virologe: Impfgegner haben „pseudo-ideologische Perspektive“

Über Impfgegner sagte García, dass ihre Ideologie „auf Glauben und nicht auf Wissenschaft“ basiere. „Aus einer pseudo-ideologischen Perspektive lehnen sie Impfstoffe ab, weil sie sagen, sie seien unnatürlich. Als ob es natürlich ist, Rohmilch zu trinken, ungereinigtes Wasser zu trinken oder an einer Krankheit aus dem letzten Jahrhundert – wie Masern – zu erkranken.“

Eine Anwendung von „gesundem Menschenverstand und wissenschaftlichem Denken“ sei nötig. „Es ist die Impfung von Kindern, die es den Menschen ermöglicht, im Gesundheitsbereich voranzukommen.“ Es sei vernünftig, modern und natürlich, „zu verhindern, dass mein Kind eine Krankheit aus dem letzten Jahrhundert bekommt“, sagte der Epidemiologe.

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Über den Autor
Johannes Bornewasser

Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Mehr Infos zum Autor gibt es hier.