In Puerto de la Cruz erinnert am Tag nach der unwetterbedingten Flut aus den Bergen zumindest am Himmel nichts mehr an die Szenen, die sich nur wenige Stunden zuvor im Norden Teneriffas abspielten. Sonne, weiße Wolken und leichter Wind prägen das Bild. Doch wer den Blick vom Himmel abwendet und in die Altstadt schaut, sieht das Ausmaß der Überflutung.
Rund um die Plaza del Charco, den Treffpunkt der Stadt, werden Wasser und Schlamm aus den Erdgeschossen der Geschäfte, Cafés und Restaurants gepumpt.
Kanaren-Sturm Therese sollte am Dienstagabend längst abgeflacht sein, doch das Tiefdruckgebiet hat einen weiteren Tag Runden um die Kanaren gedreht und sich dann über Teneriffas Norden innerhalb von 90 Minuten mit bis zu 60 Litern pro Quadratmetern abgeregnet. Die Bilder (unten) zeigen das verheerende Bild.
Kanaren-Unwetter sorgt für Millionenschäden
Teneriffa ist damit nicht allein. Von Gran Canaria verabschiedete sich „Borrasca Therese“ bereits einen Tag zuvor. Dort zogen die Behörden längst Bilanz: Die Schäden werden mit mehr als vier Millionen Euro angesetzt. Die Inselverwaltung leitete mehrere Notfallmaßnahmen an besonders betroffenen Stellen ein.
Die größten Schäden entstanden in den Höhenlagen der Kanaren-Insel. Techniker registrierten dort Erdrutsche, Unterspülungen sowie Schäden an Fahrbahnen und Sicherungseinrichtungen. Vier Straßen blieben gesperrt, auf denen sofort Baumaßnahmen anliefen: die GC-608 zum Zugang nach La Culata in Tejeda, die GC-60 zwischen Timagada und Ayacata, die GC-400 bei Ariñez in San Mateo und die GC-550 bei Temisas in Agüimes.
Besonders angespannt war die Lage am Montagabend an zwei Stauseen im Süden der Insel. Das Cabildo warnte, dass die Presas von Fataga und La Sorrueda kurz vor dem Überlaufen stünden. Die Bauwerke selbst waren nach Angaben der Inselverwaltung nicht gefährdet, konnten das zufließende Wasser jedoch nicht mehr vollständig aufnehmen. Die Behörden erwarteten deshalb einen reißenden Fluss im Barranco.
Wegen Unwetter: Barrancos fluten Teneriffa
Genau an diesen meist trockenen Flussbetten, die im Unwetterfall das Regenwasser in Richtung Meer transportieren soll, entstand auch auf Teneriffa großer Schaden. Binnen Minuten formierten sich Sturzbäche. Sie rissen alles mit sich, was in und um die Barrancos abgestellt wurde.
In Puerto de la Cruz wurde eine Unterführung geflutet. Ein Auto versank bis zum Dach, aus einem Linienmus musste sich die Insassen aufs Dach flüchten. Die Bilder der Zerstörung und vom Tag danach zeigen wir nachfolgend. Wie sich das Wetter in denn kommenden Tagen entwickeln soll, erfahren Sie außerdem hier bei uns.
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Kanaren-Unwetter: Teneriffa räumt auf, Millionenschäden auf Gran Canaria
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