Routinekontrollen bestätigen, was Anwohner schon länger befürchten: Die Abwasserwerte rund um das Klärwerk von Los Realejos sind zu hoch. Damit ist auch das Wasser an einem der beliebtesten Strände im Norden Teneriffas belastet. Am Mittwoch wurde die Playa Jardín teilweise geschlossen. Schon wieder.
Im Rathaus von Puerto de la Cruz wurde der Schritt inoffiziellen Meldungen zufolge zähneknirschend vorgenommen. Denn die Schließung macht öffentlich, was man in der touristisch geprägten Gemeinde ungern zeigt: Die Abwasser-Probleme sind weiterhin nicht behoben, lediglich die Grenzwerte werden an den meisten Tagen wieder eingehalten.
Der jüngste Anstieg der E-coli-Bakterien im Badewasser löste schließlich das Gesundheitsprotokoll für die Playa aus, das besagt, dass diese geschlossen bleiben muss, bis Wasserproben eine Besserung zeigen. Immerhin griff die Maßnahme diesmal deutlich schneller als bei der monatelangen Schließung.
Teneriffa bekommt Abwasser nicht in den Griff
Damals waren in Puerto de la Cruz rund zwei Wochen vergangen, bis schlechte Wasserproben für die Schließung des Strandes sorgten. In der Aufarbeitung wurden die Berichtswege untersucht – und verbessert. Diesmal erreichte das Testergebnis der am Montag entnommenen Proben das Rathaus am Dienstag, das am Mittwoch handelte.
Die Playa Jardín besteht aus mehreren kleinen Stränden und Einbuchtungen. Die aktuellen Proben zeigten am Entnahmepunkt 4, der sich am großen zentralen Strand befindet, eine zu hohe Bakterienkonzentration. Auch wenn die Werte bereits am Mittwoch deutlich besser gewesen sein sollen, blieb der Strand weiter gesperrt.
Anwohner haben sich bereits vor Wochen an den Wasserrat gewandt. Aus dem Hochhaus auf Stadtgrund von Los Realejos nahe dem Strand wird von beinahe täglichem Abwassergeruch berichtet. Anwohner erklärten, sie könnten immer seltener lüften (mehr dazu unten).
Teneriffa pumpt nahe Playa Jardín weiter Abwasser ins Meer
Auch weitere Anwohner gingen nun wieder in den Protest-Modus über. Puerto de la Cruz und Teneriffa hatten über ihre Politik erklärt, sich der Abwasserprobleme anzunehmen. Doch auch mehr als zwei Jahre nach der damaligen Schließung Anfang Juli 2024 ist an der Ursache kaum gearbeitet worden.
Der Bürgermeister von Puerto de la Cruz, Leopoldo Afonso, sieht seine lokalen Behörden „absolut verantwortungsvoll handeln“. Man wolle „die Sicherheit derjenigen schützen, die unsere Strände genießen.“ Dann holt der Politiker aus: „Obwohl die fünf vom Stadtrat in Auftrag gegebenen Proben optimale Ergebnisse für das Baden zeigten, müssen wir der Anweisung des Gesundheitsamtes Folge leisten.“
Mit anderen Worten: Das Rathaus handelt auf Basis eigener Proben, die optimale Bedingungen zeigen, während das Gesundheitsamt von Teneriffa so hohe Belastungen sieht, dass es eine Schließung verhängte. Nicht nur diese Diskrepanz in den Proben muss dringend aufgearbeitet werden. Denn zu den Problemen gehört ein weiterhin beschädigtes Abwasserrohr, das die teilgeklärte Kloake normalerweise knapp einen Kilometer vor die Küste pumpt. 240 Meter davon müssen ausgetauscht werden.
Die Anwohner sprechen von einer „äußerst dringlichen“ Maßnahme. Dennoch sorgen schlechte Wasserwerte auch gut ein Jahr nach der Wiedereröffnung für Bakterienbelastungen und unregelmäßige Sperrungen des beliebtesten Strandes von Puerto de la Cruz und eine anhaltende politische Debatte. Eine echte Lösung ist unterdessen nicht in Sicht.















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