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Freitag, 12. Juni 2026
Der Beitrag stammt aus dem Programm "Leser schreiben für Leser". Verantwortlich ist der Autor, nicht die Redaktion.
Leser schreiben für Leser

Tourismusboom auf den Kanaren – aber zu welchem Preis?

Seit Jahren verzeichnen die Kanarischen Inseln neue Tourismusrekorde. Was viele als wirtschaftlichen Erfolg feiern, hat in Wahrheit tiefgreifende Folgen für die lokale Bevölkerung. Ein Anstieg der Besucherzahlen bedeutet nicht automatisch eine Verbesserung der Lebensqualität – im Gegenteil.

Von Sandra Burkhardt

Die Regierungen feiern Besucherrekorde – doch viele Einheimische erleben das genaue Gegenteil von Fortschritt: steigende Mieten, stagnierende Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit. Die Erzählung vom Tourismus als Wohlstandsmodell funktioniert längst nicht mehr.

Wer auf Teneriffa lebt, spürt: Immer mehr Wohnungen werden zu Ferienunterkünften, die Mieten steigen ins Unbezahlbare. Junge Menschen ziehen ins Auto oder verlassen die Insel. Statt langfristiger Perspektiven bietet der Arbeitsmarkt vor allem Jobs als Reinigungskraft oder Servicepersonal – kaum Chancen für Eigenständigkeit oder Entwicklung außerhalb des Tourismus.

Gleichzeitig platzt die Infrastruktur aus allen Nähten: Wasserknappheit, Müllberge, überlasteter Verkehr, fehlender Wohnraum und ein wachsendes ökologisches Ungleichgewicht bedrohen nicht nur die Natur, sondern auch das soziale Gefüge.

Kanaren-Tourismus: Es braucht kein „mehr“ – es braucht etwas anderes

Die Grafik verdeutlicht eindrucksvoll die Schieflage auf den Kanaren: Während die Touristenzahlen zwischen 2015 und 2023 massiv gestiegen sind, haben sich auch die Mietpreise kontinuierlich erhöht – jedoch ohne dass die Einkommen der Bevölkerung im gleichen Maße mitgewachsen wären:

Sozioökonomische Entwicklung auf den Kanaren 2015 - 2023
Die sozioökonomische Entwicklung auf den Kanaren zwischen 2015 und 2023. Grafik: Sandra Brukhardt

Die Arbeitslosenquote ist zwar gesunken, bleibt dennoch auf hohem Niveau. Das zeigt: Der Tourismusboom geht nicht mit sozialem Fortschritt einher. Im Gegenteil: Er verschärft bestehende Probleme und verdrängt zunehmend die lokale Bevölkerung aus ihrem Lebensraum.

Seit mehr als 15 Jahren beobachte ich diese Entwicklung. 2024 habe ich eine Petition gestartet, um auf die Fehlentwicklung hinzuweisen und Lösungen anzustoßen. Als Experte für Filtertechnik, Industrieanwendungen und umweltbewusstes Bauen beschäftige ich mich seit Jahrzehnten mit konkreten, umsetzbaren Lösungen für Probleme wie:

  • bezahlbarer Wohnraum („Tiny House“-Konzepte)
  • dezentrale Wasserfilter- und Abwasserlösungen
  • verkehrsentlastende Parkplatzsysteme
  • Reduktion von Plastikmüll im Alltag und auf Baustellen

Hochwertige Tinyhäuser werden auch auf die Kanaren geliefert – voll ausgestattet oder nach Wunsch konfigurierbar in Varianten für zwei, vier oder sechs Personen. Viele Modelle sind mit modernen Wohnstandards ausgestattet und können auf Wunsch mit Solarsystemen und einer Mini-Kläranlage geliefert werden – zur autarken Nutzung, oberirdisch oder unterirdisch installiert.

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