Homosexualität sei eine „Todsünde“. Das sagt Teneriffas Bischof Bernardo Álvarez. Der Geistliche gerät immer wieder in die Kritik. Diesmal schaffte Álvarez es sogar, dass Forderungen nach einem Ermittlungsverfahren gegen ihn laut werden.
In einem TV-Interview sagte der Bischof: „Damit etwas eine Todsünde ist, muss sich die Person bewusst sein, dass es eine Sünde ist, dass sie sie freiwillig begeht.“
Dann verglich er Homosexualität mit Alkoholismus: „Obwohl sie wissen, dass es falsch ist, tun sie es, ohne durch irgendetwas konditioniert zu werden. Es ist wie bei einer Person, die trinkt und dann alle möglichen verrückten Dinge tut. Was sie natürlich tun müssen, ist aufzuhören zu trinken.“
In der Folge schaltete sich sogar der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, ein. Der Politiker forderte Álvarez dazu auf, seine „inakzeptablen“ Äußerungen zu Homosexualität zu „korrigieren“. Dann sagte Torres, der Bischof solle „hinausgehen“, um sich „bewusst zu werden, in welcher Welt er lebt“.
„Hassverbrechen“: Gewerkschaft fordert Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen auf
Torres fügte an, dass die Äußerungen „inakzeptabel“ und „Homosexualität und Heterosexualität gleich“ seien: „Keine steht über oder unter der anderen. Wir haben einen langen Weg zurückgelegt und es hat uns viel gekostet, die Gleichberechtigung zu erlangen.“
Abschließend sagte Torres, Álvarez „sollte ehrlich gesagt seine Aussage korrigieren. Diese Aussagen tun der Kirche keinen Gefallen“.
Tatsächlich löste der Bischof große Empörung aus. Die Arbeiterkommission CCOO Canarias forderte sogar die Staatsanwaltschaft dazu auf, gegen Álvarez zu ermitteln. Seine Aussagen könnten „als Hassverbrechen eingestuft werden“, hieß es in einer Stellungnahme.
Außerdem teilte die Gewerkschaft mit, man werde gegen derlei Äußerungen vorgehen: „Wir stellen uns denen, die versuchen, ihr heteropatriarchalisches Modell durchzusetzen und mit völliger Straflosigkeit die Kriminalisierung von Menschen aus der LGBTI-Gemeinschaft propagieren“.
Bischof von Teneriffa sorgt immer wieder für Kontroversen
Zuletzt hatte der Bischof von Teneriffa vor einem Jahr für Aufsehen gesorgt. Álvarez erhielt seine Coronaimpfung am 13. Januar in der Priesterresidenz San Juan de Ávila. In dem Zentrum hatten die Bewohner und das Gesundheitspersonal geimpft werden sollen. Der Bischof selbst sei noch nicht an der Reihe gewesen, hieß es später. Er habe jedoch die Gelegenheit genutzt und sich auf diesem Weg eine Dosis erschlichen, lautete schon kurze Zeit später der Vorwurf.
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Leserkommentare zu:
Bischof von Teneriffa nennt Homosexualität Krankheit und „Todsünde“
Die katholische Kirche ist zu einer ewig gestrigen Sekte verkommen. Die kranke sexuelle Verklemmtheit ihrer Mandatsträger äußert sich in Homophobie und massenhaftem Kindesmissbrauch. Scheinheilige Vertuschungsstrategien statt strafrechtlicher Aufklärung sind leider immer noch an der Tagesordnung. Die ehrlichen, einfachen Gläubigen sollten diese Organisation möglichst schnell verlassen, wenn sie dem „Fegefeuer“ entgehen wollen. Ihre Berichterstattung war m.E. absolut zutreffend und berechtigt.
Gut, dass es zu den Äußerungen des Bischofs direkt so deutliche und scharfe Reaktionen gab. Der Bischof repräsentiert offensichtlich nur einen kleinen Teil der sehr offenen und toleranten kanarischen Gesellschaft.
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