Strengere Corona-Regeln für Teneriffa – Touristen dürfen einreisen


Die Fehlinterpretation einer neuen Vorgabe der kanarischen Regierung hat für viel Wirbel gesorgt. Doch entgegen verschiedener Meldungen bleibt der Tourismus auf Teneriffa vorerst weiter möglich. Das öffentliche Leben wird jedoch eingeschränkt. Die größte der Kanarischen Inseln verzeichnet die mit Abstand meisten Corona-Fälle, so dass die regionale Regierung reagieren musste.

Lesedauer: 3 Min.

Fast vier von fünf Corona-Fällen auf den Kanarischen Inseln werden derzeit auf Teneriffa verzeichnet. Die regionale Regierung verabschiedete daher erneut strengere Maßnahmen, um das Gesundheitssystem der Insel zu entlasten und die Fallzahlen zu senken. Dies erzeugte zunächst Fehlinterpretationen bei einigen Medien, die dann auch Reiseveranstalter verunsicherten.

Tui-Vorstand Sebastian Ebel wollte es genau wissen. Der Manager ließ sich vom Präsidenten der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, die neuen Regelungen bei einer Videokonferenz erklären. Zuvor hatten Meldungen über ein generelles Einreiseverbot die Runde gemacht und neben Urlaubern auch die Tourismus-Branche ins Schwitzen gebracht.

Zunächst hieß es, dass sowohl die Einreise aus anderen Ländern als auch Bewegungen zwischen den Inseln untersagt seien. Dann jedoch stellte Torres klar, dass die Beschränkungen den Tourismus ausdrücklich nicht tangierten. Es bedürfe lediglich eines negativen TMA- oder PCR-Tests. Die Freigabe von Antigen-Tests wurde inzwischen zurückgenommen.

Das Testergebnis muss nun doch wieder in spanischer oder englischer Sprache vorgelegt werden. Neben dem negativen Testergebnis muss das Formular den Namen des Reisenden sowie die Reisepass- oder Ausweis-Nummer beinhalten. Ferner müssen der Name des Labors und das Datum der Testentnahme enthalten sein.

Kanaren-Präsident gibt schärfere Corona-Regeln für Teneriffa bekannt

Laut der kanarischen Regelung tritt die Maßnahme in der Nacht zu Samstag in Kraft und gilt vorerst für die Dauer von zwei Wochen. Allerdings kündigte Torres bereits an, dass die Lage in der kommenden Woche „neu bewertet“ werde. Dies ist die Reaktion auf die Ankündigung der spanischen Regierung, einen Schockplan vorzulegen. Ein Einreisestopp ist also weiterhin möglich, derzeit jedoch nicht konkret.

Ab Samstag müssen sich auch Einheimische, die zu ihrem Wohnort zurückkehren, einem Corona-Test unterziehen. Bei Anwohnern der Kanarischen Inseln werden die Kosten von der regionalen Regierung getragen, während andere Besucher – auch spanische Staatsbürger aus anderen Regionen – den Test selbst bezahlen müssen.

Zudem werden – ausgenommen sind Hotels bei der Verpflegung der Gäste – die Innenbereiche von Restaurants, Bars und Cafés komplett geschlossen. Auf ihren Terrassen dürfen diese Einrichtungen maximal die Hälfte der eigentlichen Kapazität bewirten. Zudem dürfen maximal vier Personen, die im selben Haushalt wohnen, gemeinsam an einem Tisch sitzen. Zwischen den Tischen müssen mindestens zwei Meter Abstand eingehalten werden. Buffets und Selbstbedienung sind ebenso wie das Rauchen, Tanz und Karaoke untersagt.

In Einkaufszentren sind die Parkplätze ebenfalls nur zu 50 Prozent nutzbar. Im Inneren gelten dann sogar strengere Regeln: Dort darf sich maximal ein Drittel der eigentlichen Kapazität gleichzeitig aufhalten. Kinderspielplätze und Ruhezonen werden gesperrt.

Teneriffa verbietet Märkte und öffentliche Veranstaltungen

Die neuen Regelungen wirken sich auch auf das Privatleben aus. Während der Feiertage dürfen maximal sechs Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Kinder unter sechs Jahren werden nicht mitgezählt. Sport ist nur noch individuell und im Freien erlaubt. Dabei gilt für die Dauer der Ertüchtigung eine Befreiung von der Maskenpflicht. Öffentliche Veranstaltungen und auch Märkte werden hingegen komplett verboten.

Auch der Besuch von Senioren- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern ist weitgehend untersagt. Lediglich Kinder und Schwangere dürfen in Krankenhäusern Besuch empfangen. Ebenfalls ausgenommen sind Patienten, die nachweislich eine Corona-Infektion überstanden haben. Besuche bei Sterbenden sind ebenfalls erlaubt.

Corona-Sperrstunde auf Teneriffa vorgezogen

Zudem wird die Sperrstunde auf Teneriffa vorgezogen und gilt zwischen 22 und 6 Uhr. Am 24. und 31. Dezember wird sie hingegen verkürzt. Dann gilt die Ausgangsbeschränkung zwischen 0.30 und 6 Uhr.

Die Tui kündigte unterdessen an, trotz der Beschränkungen auf Teneriffa in diesem Monat rund 100.000 Touristen auf die Kanaren bringen zu wollen. Das entspricht zwischen 60 und 70 Prozent der eigentlichen Bewegungen des deutschen Reisegiganten im Dezember.

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Johannes Bornewasser ist Herausgeber von Teneriffa News. Er hat zudem die redaktionelle Verantwortung inne. Zu seinem Autorenprofil geht es hier.

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